Regulierung und Open Access

FRK für Öffnung der Kabelnetze bei Unitymedia-Übernahme durch Vodafone

Entschieden ist noch nichts, doch der Fachverband FRK sieht in einer möglichen Fusion von Vodafone und Unitymedia auch eine Chance, um die Diskussion zu Regulierung und Open Access für Kabelnetze zu beschleunigen. Ein möglicher Deal müsse von den Wettbewerbsbehörden gründlich geprüft werden.

Collage KabelnetzbetreiberNoch gibt es drei große Kabelnetzbetreiber in Deutschland.© i12 GmbH

Lauchhammer – Noch sind die Gespräche über eine mögliche Übernahme des Kabelnetzbetreibers Unitymedia (www.unitymedia.de Bei diesem Link handelt es sich um einen Affiliate-Link (Partnerlink), der Nutzer auf Seiten Dritter führt. Wird dort ein Kauf getätigt, erhalten wir unter Umständen eine Provision. Diese Vergütung trägt dazu bei, dass wir unseren Service für Nutzer kostenlos anbieten können.
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) durch Vodafone nicht abgeschlossen. Auch die Wettbewerbsbehörden müssten anschließend noch entscheiden. Doch der Fachverband Rundfunk- und BreitbandKommunikation (FRK) würde ein Zusammengehen der beiden größten deutschen Kabelnetzbetreiber als "Schritt zu mehr Markttransparenz und Ehrlichkeit" begrüßen, wie der FRK am Mittwoch mitteilte.

Neuer Gigant würde auf deutschem TV- und Breitbandmarkt entstehen

Unitymedia ist in Nordrhein-Westfalen, Hessen und Baden-Württemberg aktiv, Vodafone in den übrigen 13 Bundesländern. Durch die Aufteilung der Versorgungsgebiete standen Unitymedia und Vodafone als Kabelnetzbetreiber nicht in Konkurrenz zueinander. Der FRK geht davon aus, dass die Übernahme von Unitymedia durch Vodafone wohl beschlossen sei. Auf dem deutschen TV- und Breitbandmarkt würde dadurch ein neuer Gigant geschaffen. Zusammen hätten sie aktuell rund 12,5 Millionen TV und rund sieben Millionen Internetkunden. Der Marktanteil liege bei über 30 Prozent. Insgesamt könnten die beiden Unternehmen fast 30 Millionen Haushalte künftig an ihre geplanten Gigabitnetze anschließen. Das wäre ein potentieller Marktanteil von 75 Prozent.

FRK fordert gründliche Prüfung der geplanten Übernahme

Der FRK-Vorsitzende Heinz-Peter Labonte fordert daher von den Wettbewerbsbehörden und der Politik, dass "die geplante Übernahme gründlich geprüft werden wird und der Wettbewerb gestärkt daraus hervorgeht". Als Auflage für eine Fusion müssten die Wettbewerbshüter eine Öffnung der Kabelnetze von Vodafone und Unitymedia für andere Netzbetreiber machen. Die Diskussion zu Regulierung und "Open Access" für Kabelnetze würde bei einer Unitymedia-Übernahme stark beschleunigt.

Verstärkte Marktmacht gegenüber TV-Sendern

Im Gegensatz zu Glasfaserinfrastrukturen ließen sich die Netzinfrastrukturen der Kabelnetzbetreiber auch in mit Breitbandzugängen unterversorgten Regionen "rasch und mit überschaubarem Investitionsaufwand aufrüsten", so der FRK. Doch bei einer Fusion von Unitymedia und Vodafone seien auch weitere Themenbereiche wie die "verstärkte Marktmacht gegenüber den TV-Sendern sowie die Frage der Einspeiseentgelte" von Interesse. Die Aufsichtsbehörden müssten dafür sorgen, dass ein funktionsfähiger Wettbewerb erhalten werde. "Dabei gehen wir davon aus, die Programm- und sonstigen Contentanbieter, ebenso wie die lokalen Medien an unserer Seite zu finden", so der FRK-Vorsitzende Labonte.

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Jörg Schamberg

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