Rundfunkgebühren für Facebook-Präsenz?

FRK fordert ARD und ZDF zum Rückzug von Facebook auf

Der Fachverband Rundfunk- und BreitbandKommunikation (FRK) kritisiert ARD und ZDF: Mit Rundfunkgebühren hätten sie ihre Reichweite auf Facebook ausgeweitet. Nach dem Facebook-Datenskandal sollten sich die Sender sofort von dem sozialen Netzwerk zurückziehen.

Facebook© bloomua / Fotolia.com

Lauchhammer – Auf Facebook prallt derzeit nach dem Bekanntwerden des Datenskandals aus allen Richtungen scharfe Kritik ein. Erste Prominente und Unternehmen haben ihre Facebook-Seiten gelöscht. Facebook-Gründer Mark Zuckerberg muss sich den Fragen des US-Kongresses stellen. In Deutschland meldete sich am Dienstag der Fachverband Rundfunk- und BreitbandKommunikation (FRK) zu Wort. Die öffentlich-rechtlichen Sender ARD und ZDF sollen sich nach dem Facebook-Datenskandal von dem sozialen Netzwerk sofort zurückziehen. Eine Unterstützung von Facebook mit Rundfunkgebühren dürfe es nicht mehr geben, so die Forderung des FRK.

Ausbau der Reichweite von ARD und ZDF auf Facebook mit Rundfunkgebühren

"Mit Rundfunkgebühren finanzieren ARD und ZDF seit Jahren den gezielten Ausbau ihrer Reichweite auf Facebook. In dieser Zeit haben sie dem Unternehmen viele Millionen Nutzerdaten ihrer Zuschauer zugeführt, von denen niemand weiß, wie diese verwertet und von wem diese letztlich genutzt werden", so der FRK-Vorsitzende Heinz-Peter Labonte. "Es kann doch nicht sein, dass Facebook noch länger gebührenfinanziert unterstützt wird und damit die Zuschauer den Missbrauch ihrer eigenen Daten mitfinanzieren", kritisiert Labonte.

FRK: Inkonsequenz bei ARD und ZDF in Bezug auf Facebook

ARD und ZDF würden Facebook und andere soziale Medien zur Zuschauerbindung und zum Ausbau ihrer Reichweite nutzen. Auf den online bereitgestellten Artikeln der Sender fänden sich fast immer Links zur Nutzung von Facebook. "Auf der einen Seite berichten alle ARD-Sender und das ZDF quasi rund um die Uhr über den Skandal, um auf der anderen Seite ihre Zuschauer weiterhin gebührenfinanziert zur Nutzung von Facebook zu verleiten", betont Labonte.

Bis der US-Konzern seinen Nutzern völlige Transparenz über die Verwendung der eigenen Daten gewährleiste, sollten ARD und ZDF ihre Unterstützung von Facebook aussetzen.

Jörg Schamberg

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  • Da bin Zuletzt kommentiert von Knorr am 12.04.2018 um 07:35 Uhr
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