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Frequenzauktion: 2 Milliarden! Wer bietet mehr?

Der Schlagabtausch im deutschen Mobilfunksektor um die besten Frequenzen hat in der 98. Runde die Zwei-Milliarden-Grenze überschritten - nicht einmal eine Woche, nachdem die erste Milliarde geknackt wurde.

28.04.2010, 17:38 Uhr
Handy Telefonat© Yuri Arcurs / Fotolia.com

Nur 6 Tage nach der ersten Milliarde folgt die zweite Wegmarke: Am 13. Versteigerungstag überschritten die Höchstgebote der Mobilfunkanbieter in der 98. Runde insgesamt bereits 2 Milliarden Euro. Weiterhin besonders begehrt ist der 800-Megahertz-Bereich (MHz). Aber auch die 2,6-Gigahertz-Frequenzen (GHz) bleiben umkämpft. Während T-Mobile, Vodafone und o2 um möglichst viele Blöcke ringen, scheint E-Plus langsam an seine finanziellen Grenzen zu stoßen.

Geht E-Plus langsam die Luft aus?

Der bisherige Auktionsverlauf lässt erste Rückschlüsse auf die aktuelle Strategie der beteiligten Unternehmen zu. Während sich T-Mobile, Vodafone und Telefónica o2 offenbar weiterhin für jeweils zwei 800-MHz-Blöcke interessieren, scheint der engere Finanzrahmen bei E-Plus mittlerweile erste Einschränkungen zur Folge zu haben. So konnten die Düsseldorfer seit der 73. Runde nur noch einen Block behaupten und hielten seit der 75. Runde den einzigen konkreten Block mit 800 MHz.

Als konkret wird ein Block bezeichnet, wenn die Lage im Frequenzband bereits fest vorgegeben ist. Die übrigen 800-MHz-Blöcke werden hingegen abstrakt versteigert und sind dadurch womöglich attraktiver, da sie flexibler einsetzbar sind. Ihre Lage wird erst in einem an die Versteigerung anschließenden Zuordnungsverfahren festgelegt. Damit soll laut Bundesnetzagentur sichergestellt werden, dass die Unternehmen ein zusammenhängendes Spektrum unter der Maßgabe einer größtmöglichen Effizienz und Störungsfreiheit nutzen können.

E-Plus muss eine 800-MHz-Frequenz halten - höchstes Einzelgebot

In der 99. Runde wurde E-Plus allerdings auch bei diesem Block von T-Mobile überboten. Wie zu erwarten, setzt E-Plus jedoch alles daran, zumindest einen Block zu halten und legte in Runde 100 mit dem bislang höchsten Einzelgebot von rund 316 Millionen Euro nach. Aktuell (100. Runde) liegen damit Vodafone und o2 bei jeweils zwei Blöcken in Führung, T-Mobile und E-Plus besetzen einen Block.

Im 2,6-GHz-Bereich ist E-Plus allerdings mit lediglich zwei gepaarten Frequenzblöcken von insgesamt 24 Blöcken im Vergleich deutlich unterrepräsentiert. Dennoch will der Anbieter nach jüngsten Umsatzeinbrüchen künftig verstärkt auf mobiles Internet sowie schnellere Datendienste setzen. Investitionen in die technische Infrastruktur sind also unumgänglich. Es dürfte spannend bleiben, wie E-Plus weiter vorgehen wird.

(Christian Wolf)

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