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Freisprecheinrichtungen lenken ab

Das Gehirn nimmt nach einer neuen US-Studie nur noch 50 Prozent der Informationen über das Fahren und den Verkehr auf, wenn es mit einem Telefonat beschäftigt ist.

16.08.2006, 09:03 Uhr
Handy Telefonat© Yuri Arcurs / Fotolia.com

Handy-Telefonieren im Auto ist einer Studie zufolge mit Freisprech-Hilfe genauso gefährlich wie mit dem Gerät in der Hand. Das Unfallrisiko mit Headset oder Freisprechanlage sei viermal so hoch, erläuterte Psychologieprofessor David Strayer, der die Untersuchung an der US-Universität Utah leitete. Zu einem ähnlichen Ergebnis kamen auch schon Untersuchungen, die im März vorgestellt wurden.
Aufnahmefähigkeit sinkt
Das Gehirn nimmt demnach nur noch 50 Prozent der Informationen über das Fahren und den Verkehr auf, wenn es mit einem Telefonat beschäftigt ist. Für die Studie hatte das Forscherteam 16 Paare in einen Auto-Simulator gesetzt. Während sie dort mit einer Freisprech-Einrichtung telefonierten, wurden ihre Gehirnströme und Augenbewegungen gemessen.
Dabei wurde untersucht, wie diese sich verändern, wenn etwa ein anderes Auto abrupt bremst oder überraschend zu einem waghalsigen Überholmanöver ansetzt. In allen Fällen war die Gehirnreaktion des Fahrers nur halb so gut wie ohne Telefonat. Strayer erläuterte weiter, dass dieser Effekt nur beim Telefonieren im Auto, nicht bei einer Unterhaltung mit dem Beifahrer auftrete. Unterhielten sich zwei Menschen, die beide im Auto säßen, "teilten" diese nämlich die Aufmerksamkeit, um gemeinsam eine gefahrlose Fahrt zu gewährleisten.

(Hayo Lücke)

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