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Freifunker wehren sich gegen WLAN-Abmahnungen

Der Verein Freifunk Rheinland e.V. wird sich vor Gericht gegen fünf Abmahnungen wehren, die ein Freifunker innerhalb kürzester Zeit von Anwälten erhalten hat.

10.01.2013, 16:40 Uhr
Paar mit Laptop© Syda Productions / Fotolia.com

Der Verein Freifunk Rheinland e.V. wird sich vor Gericht gegen fünf Abmahnungen wehren, die ein Freifunker innerhalb kürzester Zeit von Anwälten erhalten hat. Am zweiten Weihnachtstag wurde zu Spenden aufgerufen, um durch mindestens zwei Gerichtsinstanzen gehen zu können. Das Ziel waren 10.000 Euro. Innerhalb von zwei Wochen waren jedoch mehr als 15.000 Euro zusammengekommen, sodass die Spendenaufruf zurückgenommen wurde.

Das Ziel ist Rechtssicherheit

Unter Freifunk versteht man den unbeschränkten Zugang zum Internet über WLAN. Jeder kann sich in Reichweite eines solchen Freifunk-Routers kostenlos und ohne Passwort oder Registrierung ins Internet einwählen. Meist sind viele solcher Router auch untereinander zu einem flächendeckenden Mesh-Netz verbunden. Ein bekanntes Freifunk-Netz besteht in Berlin. Dort streiten auch die Behörden schon seit Jahren über einen kostenfreien WLAN-Zugang in der Innenstadt.

Um selbst so einen Zugang anzubieten, benötigt man einen speziellen WLAN-Router. Man muss aber weder Geld dafür ausgeben, noch ein Bastler sein, der Verein Freifunk Rheinland stellt bei Badarf Geräte und Equipment zur Verfügung. Der gemeinnützige Verein ist ein loser Zusammenschluss von Gruppen in Neuss, Düsseldorf, Solingen und Wuppertal. Ebenfalls einen kostenlosen WLAN-Zugang bietet das Unternehmen Fon in ganz Deutschland an – allerdings nicht flächendeckend und nur unter ein paar Bedingungen.

"Trotz Vorbeugungsmechanismen"

Die Abmahnungen gegen den Freifunker seien, so der Verein auf seiner Website, „trotz Vorbeugungsmechanismen“ erfolgt. Abmahnungen in dieser Form kommen immer wieder vor. Die Anwälte berufen sich dabei auf das Telemediengesetz sowie auf einzelne Urteile. Neben einer Unterlassungserklärung fordern sie auch ein nicht unerhebliches Honrar. Mit den Spenden möchte der Verein Freifunk Rheinland auch das Urteil einer höheren Instanz bewirken, das Rechtssicherheit gibt.

(Peter Giesecke)

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