Positionen der Provider zum Ende des Routerzwangs

Freie Routerwahl auch für Bestandskunden? - Kabelnetzbetreiber und DSL-Anbieter spielen auf Zeit

Das Telekommunikationsänderungsgesetz, das Internet-Kunden die freie Wahl eines Routers ermöglichen soll, tritt am 1. August in Kraft. Gilt das neue Gesetz aber auch für Bestandskunden? Wie wollen Vodafone, Unitymedia, Telekom, 1&1 und O2 das neue Gesetz umsetzen? Die aktuellen Positionen der Provider im Überblick.

RouterAb dem 1. August können Neukunden ihren Internet-Router frei wählen.© Pavel Morozov / Fotolia.com

Linden – Am vergangenen Freitag wurde das Telekommunikationsänderungsgesetz im Bundesgesetzblatt verkündet, es tritt am 1. August in Kraft und soll Kunden von Internet-Providern die freie Routerwahl ermöglichen. Doch was genau passiert zu diesem Datum? Wer profitiert vom Ende des Routerzwangs und wie sehen die Positionen von DSL-Anbietern und Kabelnetzbetreibern zum neuen Gesetz aus? Wir haben bei den großen Internet-Providern nachgehakt.

Freie Routerwahl für Neukunden und bei Verlängerung von Altverträgen

Für wen gilt das neue Gesetz überhaupt? Kommen nur Neukunden künftig in den Genuss der freien Routerwahl oder können auch Bestandskunden ab 1. August einen beliebigen Router einsetzen? Das beim Telekommunikationsänderungsgesetz federführende Bundeswirtschaftsministerium (BMWi) antwortete unserer Redaktion wie folgt: "Nach Inkrafttreten des vom BMWi auf den Weg gebrachten Gesetzes zur Routerfreiheit am 1. August 2016 dürfen Telekommunikationsanbieter ihren Kunden keine bestimmten Router mehr vorschreiben. Damit die Kunden Endgeräte ihrer Wahl anschließen können, müssen ihnen die Anbieter dafür notwendige Zugangsdaten und Informationen unaufgefordert und kostenlos zur Verfügung stellen. Das betrifft Neuverträge - aber auch die Verlängerung von Altverträgen", erklärte eine Sprecherin des Ministeriums.

"Daneben regelt das Gesetz für alle Verträge - Neu- und Bestandskunden - dass der Zugang zum Internet als passiver Netzabschlusspunkt ausgestalten werden muss - also nicht beispielsweise in einen Router gelegt werden darf. Im Kern bestimmt das Gesetz damit, dass das öffentliche Telekommunikationsnetz, dessen Ausgestaltung die Netzbetreiber bestimmen, an der "Anschlussdose" als Netzzugangsschnittstelle endet. An diese "Dose" kann der Endnutzer den Router oder das Modem seiner Wahl anschließen. Damit wird die aktuelle Praxis einiger Anbieter beendet, den Zugangspunkt zum öffentlichen Netz in ihren eigenen Router oder eigenes Modem zu verlegen", so die Stellungnahme des Bundeswirtschaftsministeriums. Damit ist klar: Die freie Routerwahl gilt zunächst nicht für alle Internet-Kunden. Bestandskunden haben nur dann ein Anrecht auf die Wahl eines eigenen Routers und die Überlassung der Zugangsdaten, wenn sie ihren bestehenden Vertrag verlängern. Doch was sagen die Provider selbst zum neuen Gesetz?

Vodafone arbeitet im Kabelbereich an technischer Umsetzung - DSL-Kunden können schon jetzt eigene Router verwenden

Vodafone

Vodafone (www.vodafone.de/kabel Bei diesem Link handelt es sich um einen Affiliate-Link (Partnerlink), der Nutzer auf Seiten Dritter führt. Wird dort ein Kauf getätigt, erhalten wir unter Umständen eine Provision. Diese Vergütung trägt dazu bei, dass wir unseren Service für Nutzer kostenlos anbieten können.
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) hatte recht schnell auf die Anfrage unserer Redaktion geantwortet, verweist aber auf die Netzbetreibern im Telekommunikationsendgerätegesetz eingeräumte Übergangsfrist von sechs Monaten zur Umsetzung. "Im DSL-Umfeld können Kunden heute schon eigene Router verwenden. Hier liefern wir auf Wunsch die SIP-Daten", so ein Vodafone-Sprecher auf unsere Anfrage. "Im Kabelbereich arbeiten wir derzeit daran, alle notwendigen Vorkehrungen zu treffen und die erforderliche Schnittstellenbeschreibung zum Einsatz vom Kabelmodems / -routern für interessierte Hersteller fertigzustellen. Deshalb können derzeit noch keine kundeneigenen Kabelmodems am Netz von Vodafone Kabel Deutschland eingesetzt werden", erklärt der Sprecher weiter.

Im vergangenen August hatte Vodafone besonders auf die Einhaltung bestimmter Qualitätskriterien gedrungen. " Ebenso muss sichergestellt werden, dass die Netzbetreiber auch bei Fremd-Routern komplexe Entstörungen und zuverlässige Sicherheitsupdates bewältigen können", hieß es damals von der Vodafone-Tochter Kabel Deutschland, die inzwischen ganz in Vodafone aufgegangen ist.

Aktuell betont Vodafone: "Der Einsatz eines anderen Breitbandrouters hinter dem Kabelmodem ist aber schon heute möglich. Dazu muss das Kabelmodem gegebenenfalls in den sogenannten "Bridge Modus" versetzt werden. Einrichtung bzw. Unterstützung dazu können Kunden über die Technische Kundenhotline erhalten."

Unitymedia will Kunden freie Wahl eines Routers ermöglichen

Unitymedia

Gerade dieser "Bridge Modus" wird bei Unitymedia (www.unitymedia.de Bei diesem Link handelt es sich um einen Affiliate-Link (Partnerlink), der Nutzer auf Seiten Dritter führt. Wird dort ein Kauf getätigt, erhalten wir unter Umständen eine Provision. Diese Vergütung trägt dazu bei, dass wir unseren Service für Nutzer kostenlos anbieten können.
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), dem zweitgrößten deutschen Kabelnetzbetreiber, vom Unternehmen aktuell noch deaktiviert. Wie werden die Kölner künftig ihren Kunden eine freie Routerwahl ermöglichen? Ein Sprecher äußerte sich nur recht knapp zu unserer Anfrage. " Wir werden unsere Produkte natürlich immer gesetzeskonform anbieten, die freie Wahl eines Routers auch für unsere Kunden ermöglichen. Wir arbeiten aktuell an der Umsetzung der Gesetzesvorlage; die Art und Weise der Implementierung steht noch nicht final fest", erklärte ein Unternehmenssprecher. Sowohl Vodafone als auch Unitymedia arbeiten derzeit also an der technischen Umsetzung ohne aber Einblick zu geben, wie diese aussehen könnte.

Telefónica will neue Regelung ab 1. August implementieren

o2

Auch Telefónica Deutschland (www.o2.de/dsl Bei diesem Link handelt es sich um einen Affiliate-Link (Partnerlink), der Nutzer auf Seiten Dritter führt. Wird dort ein Kauf getätigt, erhalten wir unter Umständen eine Provision. Diese Vergütung trägt dazu bei, dass wir unseren Service für Nutzer kostenlos anbieten können.
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) will die gewährte Übergangsfrist bis zum 1. August nutzen. "Die Änderungen im Telekommunikationsgesetz (TKG) und im Gesetz über Funkanlagen und Telekommunikationsendeinrichtungen FTEG) zur sogenannten Abschaffung des Routerzwangs haben wir zur Kenntnis genommen", erklärte ein Sprecher gegenüber unserer Redaktion. "Grundsätzlich haben wir Verständnis für das politische Ziel und die neue Regelung, den Kunden in Zukunft die freie Wahl des Endgeräts zu ermöglichen. Telefónica bietet seinen bestehenden Kunden schon heute mehrere Router-Modelle zur Auswahl. Unabhängig davon werden wir die neu beschlossene Regelung nach Ablauf der Umsetzungsfrist implementieren", so der Sprecher weiter.

Telekom: Router anderer Hersteller schon heute nutzbar

Telekom

Die Deutsche Telekom (www.telekom.de/dsl Bei diesem Link handelt es sich um einen Affiliate-Link (Partnerlink), der Nutzer auf Seiten Dritter führt. Wird dort ein Kauf getätigt, erhalten wir unter Umständen eine Provision. Diese Vergütung trägt dazu bei, dass wir unseren Service für Nutzer kostenlos anbieten können.
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) sieht sich von dem neuen Gesetz gar nicht betroffen. "Für Anschlüsse der Deutschen Telekom gibt es und gab es keinen Routerzwang. Es können auch Geräte anderer Hersteller eingesetzt werden. Die Zugangsdaten stellen wir unseren Kunden immer zur Verfügung", erläuterte eine Unternehmenssprecherin.

1&1: Zugangsdaten abrufbar - Nutzung anderer Router bereits möglich

1und1

Eine ähnliche Position vertritt auch 1&1 (www.1und1.de/dsl Bei diesem Link handelt es sich um einen Affiliate-Link (Partnerlink), der Nutzer auf Seiten Dritter führt. Wird dort ein Kauf getätigt, erhalten wir unter Umständen eine Provision. Diese Vergütung trägt dazu bei, dass wir unseren Service für Nutzer kostenlos anbieten können.
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), der Provider aus Montabaur hatte bereits im vergangenen August erklärt: "Grundsätzlich steht es 1&1 Kunden bereits jetzt frei, einen anderen als den mitgelieferten Router zu verwenden. Die für Einrichtung und Betrieb notwendigen Zugangsdaten lassen sich zum Beispiel bequem online im geschützten Kundenbereich, dem 1&1 Control-Center, abrufen. Dabei ist allerdings zu beachten, dass 1&1 den Kunden nicht mit Firmware-Updates oder individuellem Support zu seinem Router-Modell unterstützen kann".

Provider nutzen die sechsmonatige Schonfrist voll aus

Wir hatten alle Anbieter konkret gefragt, ob auch Bestandskunden von dem neuen Gesetz profitieren. Kein Unternehmen wollte sich jedoch zum jetzigen Zeitpunkt näher dazu äußern. Die Erläuterung des Bundeswirtschaftsministeriums dürfte jedoch eindeutig sein: Zumindest im Rahmen einer Vertragsverlängerung dürfen Bestandskunden demnach offenbar Router frei wählen. Die gewährte Übergangszeit von sechs Monaten bis zum 1. August wollen die Anbieter für die technische Umstellung nutzen. Eine freiwillige frühere Wahlmöglichkeit bei den Endgeräten zieht offenbar keiner der Anbieter in Betracht, bei denen eine freie Routerwahl derzeit noch nicht möglich ist.

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Jörg Schamberg

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