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freenet: Zweiter Versuch für's WLAN-Handy

Schon auf der CeBIT 2005 wurde ein GSM-VoIP-Handy vorgestellt, das aber nie auf den Markt kam. Jetzt soll es mit Nokia und UT-Starcom einen Neuanfang geben.

06.03.2006, 15:43 Uhr
Paar mit Laptop© Syda Productions / Fotolia.com

Die CeBIT 2006 rückt mit großen Schritten näher und auch das Telekommunikationsunternehmen freenet wird auf dem Messegelände in Hannover wieder mit einem großen Stand vertreten sein. Eine wesentliche Rolle sollen dabei wie im letzten Jahr so genannte Dual-Mode-Handys einnehmen mit denen sowohl im GSM-Netz als auch per WLAN über Voice over IP telefoniert werden kann. Dieses Jahr soll es Modelle von Nokia und dem amerikanischen Produzenten UT-Starcom geben, verriet freenet-Chef Eckhard Spoerr gegenüber der "Frankfurter Allgemeinen Zeitung" (FAZ).
Neuer Anlauf
Wirklich neu ist der Versuch, mit GSM-VoIP-Handys neue Kundenkreise zu erschließen, nicht. Auf der CeBIT 2005 hatte freenet bereits das Vision iP1 vorgestellt und zeigte sich seinerseits hoffnungsfroh, das Telefon schon bald in einem Endkunden-Angebot vermarkten zu können. Diese Pläne konnten aber nicht gehalten werden, da Alcatel als Hersteller des iP1 nach freenet-Angaben nicht die für den deutschen Markt notwendige GSM-Zertifizierung erhalten habe. Während Alcatel das gesamte Projekt beendete, versuchte freenet neue Hersteller zu gewinnen, musste die Bemühungen allerdings schnell einstellen, da kein Partner gefunden werden konnte – "offensichtlich aus politischen Gründen", wie freenet in einem Schreiben an unsere Redaktion mitteilte.
Jetzt soll aber doch alles anders werden. Große namhafte Mobilfunk-Netzbetreiber hätten sich entschlossen, den anfänglichen Widerstand gegen das Produkt aufzugeben. Geräteherstellern sei der Weg frei gemacht worden, Dual-Mode-Handys zu entwickeln, wovon nun auch freenet profitieren möchte. Vielleicht schon im Mai will freenet einen neuen Versuch wagen und mit der Vermarktung der neuen GSM-VoIP-Zwitter beginnen. Neue Kooperationen?
Die neuen Geräte sollen nicht nur in WLAN-Funknetzen zu Hause, sondern auch an jedem öffentlichen WLAN-Hotspot für Internettelefonie genutzt werden. Um die Zahl der Zugangspunkte zu vergrößern, denkt Spoerr nach FAZ-Informationen darüber nach, ob die DSL-Kunden von freenet bereit sind, ihr Funknetz zu Hause für andere Anwender zur Verfügung zu stellen. Die Mehrzahl der rund 700.000 DSL-Kunden nutze ein lokales Funknetz in den eigenen vier Wänden.
Auch eine Kooperation mit dem spanischen Unternehmen Fon.com sei möglich, sagte Spoerr. Fon.com ist das neueste Projekt von Martin Varsavsky, der den spanischen Onlinedienst Ya.com im Jahr 2000 für rund 550 Millionen Euro an T-Online verkauft hat. Nun will Varsavsky private Internetnutzer bewegen, ihre WLAN-Netze für andere zu öffnen. freenet führe bereits Gespräche mit der deutschen Repräsentantin von Fon.com, der ehemaligen Neun-Live-Chefin Christina zu Salm.
Ebenfalls denkbar sei eine Zusammenarbeit mit dem britischen WLAN-Betreiber The Cloud, der gerade eine entsprechende Infrastruktur in Deutschland aufbaut. The Cloud baut die Zugangspunkte für Vodafone auf, stellt seine Dienste aber auch anderen Unternehmen zur Verfügung.

(Hayo Lücke)

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