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Freenet soll zerschlagen werden

Der im Januar mit Mobilcom fusionierte Telekommunikationsanbieter Freenet steht vor der Zerschlagung. Florian Homm, Aktionär und Hedge-Fonds-Manager, schließt auch einen kompletten Verkauf von Freenet nicht mehr aus.

31.05.2007, 15:18 Uhr
DSL-Anschluss© IKO / Fotolia.com

Der Mobilfunk- und Internetanbieter Freenet steht offenbar vor der Zerschlagung. Erst im Januar war nach einem langen juristischen Tauziehen die Fusion mit dem Mobilfunkanbieter mobilcom geglückt. Freenet-Aktionär und Hedge-Fonds-Manager Florian Homm bezeichnet seine Pläne als "Optimierungsstrategie". Homm hält derzeit rund drei Prozent der Freenet-Anteile und will diese auf fünf Prozent aufstocken. "Jeder Teilbereich für sich ist interessant", sagt er in einem Interview.
Komplettverkauf droht
Für die Kernbereiche Internet und Mobilfunk gibt es nach Ansicht von Homm mindestens drei bis fünf Kaufinteressenten. Als weitere Möglichkeit erwägt er auch einen kompletten Verkauf des Unternehmens. Auf wenig Gegenliebe stoßen solche Pläne erwartungsgemäß bei Freenet-Chef Eckhard Spoerr. "Wir fusionieren nicht, damit wir zwei Monate später alles wieder zerschlagen", sagte Spoerr dem Handelsblatt. Die strategischen Vorteile aus der Fusion mit Mobilcom sind bislang noch nicht sichtbar. "Das heißt aber nicht, dass es sie nicht gibt". Mitte Mai hatten wir über sinkenden Umsätze bei Freenet berichtet.
Sonderausschüttung angekündigt
Wie gesund der Konzern wirklich ist, zeigte sich in der Ankündigung, dass es neben der Dividende in diesem Jahre eine zusätzliche Sonderausschüttung geben soll. Die reguläre Dividende soll 50 Cent betragen, pro Aktie sollen 5,50 Euro als Sonderausschüttung gezahlt werden. Die Deutsche Börse setzte nach dem Bekanntwerden die Aktie kurzfristig vom Handel aus. Nach Wiederaufnahme legte die Aktie um elf Prozent auf 24,35 Euro deutlich zu. Ganz überraschend kam die Ankündigung nicht: Spoerr hatte kürzlich eine Spanne in Höhe von fünf bis sechs Euro als realistisch bezeichnet. Investoren fordern schon lange, dass Unternehmen zukaufen oder das überschüssige Geld ausschütten sollen.

(Stefan Hagedorn)

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