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freenet.de: Netrental belastet Neukundengeschäft

Im zweiten Quartal konnte freenet.de nur 55.000 neue DSL-Kunden gewinnen. Aber auch in anderen Bereichen stotterte der Motor der Hamburger.

08.08.2006, 10:26 Uhr
DSL-Anschluss© IKO / Fotolia.com

Der Internet-Service-Provider freenet.de hat es auf dem hart umkämpften DSL-Markt offensichtlich alles andere als leicht. Wie aus den heute veröffentlichten Geschäftszahlen für das zweite Quartal hervorgeht, konnte freenet nur wenige neue DSL-Kunden gewinnen und schiebt die Schuld auf das von der Regulierungsbehörde kürzlich untersagte Netrental-Modell der Telekom. Doch auch im Internet-by-Call- und Telefonie-Geschäft lief es im zweiten Quartal alles andere als rund.
freenet schimpft auf Netrental
So habe freenet.de im zweiten Quartal nur 55.000 neue DSL-Kunden gewinnen können und die Gesamtkundenzahl somit auf 830.000 steigern können. Als Ursache für das gebremste Wachstum im DSL-Geschäft macht freenet.de die Deutsche Telekom und ihr Netrental-Angebot verantwortlich, das auch nach Auffassung der Bundesnetzagentur großen DSL-Anbietern höhere Margen beim Wiederverkauf von Breitbandanschlüssen der Telekom einräumte als kleineren und mittleren Providern. Die wettbewerbsverzerrenden Auswirkungen des gekippten Modells habe freenet.de bis Ende Juni zu spüren bekommen, heißt es im Quartalsbereicht.
Wenig Grund zum Jubeln besteht für freenet.de allerdings auch im Geschäft mit den Schmalbandkunden. 2,5 Millionen Nutzer von ISDN-Karten und Modems wählten sich im zweiten Quartal über einen der Schmalband-Tarife in das Internet ein und generierten 3,84 Milliarden Minuten an Internetverkehr. Das war deutlich weniger als noch im zweiten Quartal 2005, wo die Gesamtzahl der Internetminuten noch 4,65 Milliarden betrug.
Umsatz gestiegen
Gesteigert werden konnte hingegen der Umsatz. Er kletterte im Jahresvergleich von 178,3 Millionen Euro auf 183,5 Millionen Euro. Dabei entfielen 90,9 Millionen Euro auf Einnahmen aus dem Geschäft mit Internetzugängen, 34,9 Millionen Euro auf Erlöse aus Telefonie-Angeboten, 29,3 Millionen Euro auf das Portal-Geschäft und 28,5 Millionen Euro auf B2B-Angebote. Während die Erlöse aus dem Internetgeschäft stiegen, musste freenet.de in allen anderen Bereichen verglichen mit dem zweiten Quartal 2005 rückläufige Zahlen verkraften.
Das Gesamtergebnis betrug im zweiten Quartal 7,2 Millionen Euro. Aufgrund der im zweiten Quartal 2006 geleisteten Steuerzahlungen in Höhe von 30,2 Millionen Euro belaufen sind die liquiden Mittel des Unternehmens per Ende Juni 2006 auf über 175 Millionen Euro nach 192 Millionen Euro Ende des ersten Quartals.

(Hayo Lücke)

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