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Freenet-Chef unter Geldwäsche-Verdacht

Der freenet-Vorstand soll selbst oder über ein Geflecht von Beteiligungen in die eigenen und andere Taschen gewirtschaftet und dem Unternehmen so einen Schaden in zweistelliger Millionenhöhe zugefügt haben.

07.07.2007, 10:02 Uhr
Internet© Victoria / Fotolia.com

Der Chef des Telekommunikationsunternehmens freenet, Eckhard Spoerr, hat es in diesen Tagen alles andere als leicht. Lange hat er für eine Fusion mit der Mobilfunk-Tochter mobilcom gekämpft, schon melden sich die Hauptaktionäre seines Unternehmens und fordern eine erneute Zerschlagung. Der Druck wurde jüngst so stark, dass Spoerr nachgab und einen Verkauf in Aussicht stellte. Doch damit nicht genug. Jetzt wird gegen ihn wegen Betrugs, Untreue, Insiderhandels und Geldwäsche ermittelt.
Es wird ermittelt
Wirtschaftsprüfer Marc Münch, einst Leiter des Rechnungswesens bei freenet, habe unter anderen an Staatsanwälte in Hamburg und Kiel und diverse Aufsichtsbehörden ein 940 Seiten starkes Dossier übergeben, in dem er versucht zu belegen, dass der freenet-Vorstand selbst oder über ein Geflecht von Beteiligungen in die eigenen und andere Taschen gewirtschaftet und dem Unternehmen so einen Schaden in zweistelliger Millionenhöhe zugefügt habe. Das berichtet die "WirtschaftsWoche". Spoerr weist die erhobenen Vorwürfe allerdings kategorisch zurück. Sie seien allesamt falsch. "Jedes Mal, wenn man mich schwächen will, werden diese alten Vorwürfe wieder gegen mich instrumentalisiert", sagt er.
Seitenhieb von der Konkurrenz
Kritik kommt auch von Paschalis Choulidis, Vorstandssprecher beim Mobilfunker Drillisch. Der Konkurrent ist mit acht Prozent einer der größten Einzelaktionäre von freenet und lässt kein gutes Haar an der Arbeitsweise des Branchenkollegen. Spoerr habe einige Möglichkeiten nicht genutzt und wichtige Gelegenheiten wie die Übernahme von AOL und Talkline verstreichen lassen. Spoerr sei ein "Neuling" im Mobilfunkgeschäft, der Fehler wiederhole, "die andere schon gemacht haben", sagt Choulidis.

(Hayo Lücke)

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