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Fraunhofer-Institut erfindet telefonische Unterschrift

Die Fraunhofer-Gesellschaft hat ein neues Patent erhalten: Forscher entwickelten hier ein Verfahren, mit dem digitale Audio-Aufnahmen signiert und damit fälschungssicher werden.

04.12.2007, 14:04 Uhr
Internettelefonie© Yuri Arcurs / Fotolia.com

Mündliche Verträge sind ja immer so eine Sache – schließlich kann jede Seite behaupten, die Vereinbarung nie oder zumindest ganz anders getroffen zu haben. Dank der Fraunhofer-Gesellschaft könnte dieses alte Gesetz bald seine Wirkung verlieren: Am Institut für Sichere Informationstechnologie wurde ein Verfahren entwickelt, mit dem digitale Audio-Aufnahmen signiert und damit fälschungssicher werden. Das Deutsche Patent- und Markenamt hat dem Fraunhofer-Institut nun das entsprechende Patent erteilt (Patentschrift als PDF).
Telefonische Unterschrift
Das Problem: Digitale Tonaufnahmen lassen sich leicht speichern, verwalten, vervielfältigen und versenden – aber eben auch leicht fälschen. Das Fraunhofer-Institut hat nun eine Möglichkeit entwickelt, die elektronische Signatur, wie sie beispielsweise aus dem E-Mail-Verkehr bekannt ist, auf digitale Sprachaufnahmen anzuwenden. Dabei werden die einzelnen Datenpakete der digitalen Tonaufnahme in einzelne Sequenzen unterteilt und signiert. Jedes der Pakete enthält zudem Informationen zu Vorgänger- und Nachfolger-Sequenzen, damit die Reihenfolge nicht unbemerkt geändert werden kann. Sollte sich jemand an den Daten zu schaffen machen, bricht an der entsprechenden Stelle eine der kryptografischen Signaturen.
Flexibel einsetzbar
"Um die Praxistauglichkeit des neuen Verfahrens zu demonstrieren, haben wir eine Software entwickelt, die VoIP-Telefonate signiert und beweissicher dokumentiert", erläutert Nicolai Kuntze vom Fraunhofer SIT. Das Verfahren lasse sich problemlos auf weitere Anwendungsbereiche übertragen. Das Verfahren soll beliebige Schlüssel und Schlüssellängen nutzen können und ist kompatibel zu den VoIP-Standards SIP, SDP und RTP. Dadurch soll es in bestehenden VoIP-Systemen keine Qualitätseinbußen geben. Das Verfahren könnte vor allem in sensiblen Bereichen zum Einsatz kommen, wo eine mündliche Aussage verlässlich sein muss, beispielsweise in Behörden oder bei Banken.

(Aleksandra Leon)

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