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Frankreich stellt Ufo-Archiv ins Internet

Im Wesentlichen besteht das Archiv aus mehr als 3000 Akten der Gendarmerie über Bürger, die angebliche übernatürliche Himmelsphänomene meldeten.

27.12.2006, 15:00 Uhr
Internet© Victoria / Fotolia.com

Fans fliegender Untertassen werden bald im Internet reichlich amtliches Material zur Beflügelung ihrer Phantasie finden: Siebzig Jahre nach der ersten Sichtung eines angeblichen Unbekannten Flugobjektes (Ufo) mit Außerirdischen in Frankreich will das Raumfahrt-Forschungszentrum CNES ab Ende Januar sein Ufo-Archiv online zugänglich machen. Der CNES-Verantwortliche für nicht identifizierte Raumfahrt-Phänomene (PAN), Jacques Patenet, warnte vor Euphorie: "Viele Liebhaber machen sich Illusionen über den Inhalt dieser Archive", sagte Patenet der Nachrichtenagentur AFP.
Viel Raum für Spekulationen
Im Wesentlichen besteht das Archiv aus mehr als 3000 Akten der Gendarmerie über Bürger, die angebliche übernatürliche Himmelsphänomene meldeten. Namen wurden in den gut hunderttausend Seiten Text aus Datenschutzgründen unkenntlich gemacht. "Man darf keine Sensationen erwarten", sagte Patenet. Die seltsamsten Fälle seien bereits von Ufosucher-Vereinigungen öffentlich gemacht worden. In Großbritannien hatte das Verteidigungsministerium im Mai nach jahrelanger Geheimhaltung einen hochoffiziellen Ufo-Bericht veröffentlicht. Darin hieß es, von den zahlreichen angeblichen Ufos, die binnen 30 Jahren über Großbritannien gesichtet wurden, sei kein einziges eine echte fliegende Untertasse gewesen. Meistens habe es sich um "bunte Lichter, manchmal Formen" gehandelt.
In Frankreich war eine erste Ufo-Sichtung 1937 gemeldet worden. Seit den 50er Jahren gab es einen Schub bei der Beobachtung scheinbar unerklärlicher Himmelsphänomene. Das CNES richtete 1977 eine Studiengruppe ein. Diese geriet in die Kritik, als der jahrelang Verantwortliche Jean-Jacques Velasco öffentlich erklärte, dass er an Außerirdische glaube. Die Fachleute untersuchten zwischenzeitlich auch Atmosphären-Eintritte von verglühendem Weltraumschrott.
Laut Paternet versuchen nur äußerst selten Witzbolde, fliegende Untertassen zu melden: "Der Zeuge eines solchen Phänomens ist aufrichtig, auch wenn er sich in der Bewertung dessen täuscht, das er gesehen hat." Unter den beim CNES verzeichneten Phänomenen galten einer Statistik zufolge 13,5 Prozent trotz teils aufwändiger Nachforschungen als "nicht identifiziert". Nicht berücksichtigt werden auf mysteriöse Weise plattgewälzte Felder, wie sie besonders häufig in Großbritannien anzutreffen sind.

(Hayo Lücke)

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