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Frankreich geht gegen teure Hotline-Wartezeiten vor

Künftig soll nur noch die Zeit berechnet werden dürfen, die Ratsuchende auch wirklich in Anspruch nehmen.

27.09.2005, 16:32 Uhr
Datenverkehr© Julien Eichinger / Fotolia.com

Wer Rat braucht und deswegen in einer Telefon-Warteschleife hängt, soll dafür in Frankreich künftig keinen Cent mehr bezahlen. Wie das Industrieministerium in Paris heute ankündigte, verpflichteten sich die Betreiber der französischen Mobilfunknetze, ab Mitte 2006 von ihren Kunden kein Geld mehr für die Hotline-Wartezeit zu verlangen.
Die Gratis-Regelung solle bis Ende 2006 auf Internet-Betreiber und alle anderen Branchen, die Hotlines benutzen, ausgeweitet werden, sagte Industrieminister François Loos. Sollten die Unternehmen dem nicht freiwillig zustimmen, würden sie notfalls gesetzlich dazu verpflichtet werden.
Nur erbrachte Leistung zu zahlen
"Es ist unannehmbar, dass man einen Dienst über die Wartezeit am Telefon finanziert - vor allem wenn die Betreffenden gerade anrufen, um sich über das Nicht-Funktionieren eines Dienstes zu beschweren", hatte Loos vor seinem Treffen mit Spitzenvertretern der Handynetz-Betreiber der Wirtschaftszeitung "La Tribune" gesagt. "Nur die erbrachte Leistung darf in Rechnung gestellt werden."
Es handele sich um ein heikles Thema, sagte der konservative Politiker; der Staat habe aber Mittel zum Handeln, falls es keine gütliche Übereinkunft mit den Unternehmen gebe.

(Hayo Lücke)

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