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Frankreich beschließt "Anti-Amazon-Gesetz"

Der französische Senat hat am Donnerstag einstimmig ein Gesetz verabschiedet, dass es Onlinehändlern verbietet, preisreduzierte Bücher kostenlos zu versenden. Mit dieser Praxis hatte Amazon in Frankreich die Konkurrenz preislich unterboten.

27.06.2014, 10:01 Uhr
Amazon© Amazon

Der französische Senat hat am Donnerstag einstimmig ein Gesetz verabschiedet, dass es Onlinehändlern verbietet, preisreduzierte Bücher kostenlos zu versenden. Mit dieser Praxis hatte Amazon in Frankreich die Konkurrenz preislich unterboten.

Trotz Buchpreisbindung günstiger als die Konkurrenz

In Frankreich gilt wie auch in Deutschland eine Buchpreisbindung. Rabatte sind lediglich in Höhe von fünf Prozent erlaubt. Durch die Kombination mit einem kostenlosen Versand hat Amazon Bücher dann aber effektiv günstiger angeboten als die Konkurrenz. Dem Onlinehändler wurde deshalb unlauterer Wettbewerb vorgeworfen.

Das Gesetz, das auch "Anti-Amazon-Gesetz" genannt wird, war von der konservativen Opposition eingebracht worden. Es soll französische Buchhandlungen schützen. In der Diskussion kam auch immer wieder zur Sprache, dass Amazon in Frankreich kaum Steuern zahle, da das Unternehmen seinen Europasitz in Luxemburg habe.

Beschwerde beim Bundeskartellamt

Ungemach droht Amazon auch in Deutschland. Der Börsenverein des Deutschen Buchhandels hat gegen den Onlinehändler Beschwerde beim Bundeskartellamt eingereicht. Amazon soll seit Anfang Mai die Auslieferung von gedruckten Büchern der Verlagsgruppe Bonnier (Ullstein, Piper, Carlsen) verzögern, um höhere Rabatte beim Einkauf von E-Books zu erzwingen. In dieser Woche hatte Amazon die Vorwürfe zurückgewiesen.

(Peter Giesecke)

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