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Foxconn erhöht nach Selbstmorden die Löhne

Das taiwanesische Unternehmen zahlt in seinem Werk im südchinesischen Shenzhen nur den vorgeschriebenen Mindestlohn von 900 Yuan (heute 106 Euro) im Monat.

28.05.2010, 16:16 Uhr (Quelle: DPA)
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Der weltgrößten Elektronik-Hersteller Foxconn will nach der Selbstmordserie unter seinen Mitarbeitern die Löhne um 20 Prozent erhöhen. Ein Sprecher in Taipeh sagte allerdings nicht, ab wann die 800.000 Beschäftigten mehr in der Lohntüte haben werden, wie taiwanesische Medien am Freitag berichteten. Das taiwanesische Unternehmen zahlt in seinem Werk im südchinesischen Shenzhen, wo die Selbstmorde passierten, nur den vorgeschriebenen Mindestlohn von 900 Yuan (heute 106 Euro) im Monat.

Militärischer Managementstil

Seit Jahresanfang haben sich in dem Werk zehn Mitarbeiter selbst umgebracht und drei weitere einen Selbstmord versucht. Die Selbstmorde haben eine heftige Diskussion über die Arbeitsbedigungen, die niedrigen Löhne und auch den als "militärisch" beschriebenen Managementstil bei Foxconn ausgelöst.

Der Konzern selbst hatte damit reagiert, eine große Anzahl an Journalisten durch das Werk zu führen, um zu dokumentieren, dass nicht alles so negativ ist, wie es in vielen Medien dargestellt wird. Außerdem wurden an den Fabrikgebäuden Schutznetze installiert, um die Mitarbeiter unter anderem daran zu hindern, an den Außen-Treppenhäusern in den Tod zu springen.

Chinesische Experten wiesen als mögliche Ursachen für die Selbstmorde auf den hohen Arbeitsdruck, ein mangelndes soziales Netz, die persönliche Isolation und Ausweglosigkeit vieler Wanderarbeiter wegen der schlechten Bezahlung hin.

Weltkonzerne wie Apple, Hewlett-Packard, Dell, Motorola, Nokia und Nintendo, die bei dem Unternehmen fertigen lassen, haben eigene Ermittlungen eingeleitet.

(Hayo Lücke)

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