Security

Forscher hacken Apple-Webcam: Heimliches Filmen möglich

Forschern einer US-Universität ist es gelungen, die Webcam-Firmware in älteren Macs so zu modifizieren, dass ein heimliches Filmen des Nutzers möglich wird. Die LED-Warnleuchte bleibt dann dunkel. Ob das in einem Projektpapier erklärte Verfahren auch bei neueren Apple-Geräten funktioniert, ist unklar.

20.12.2013, 10:31 Uhr
Apple© Apple

Das heimliche Kapern von Webcams durch Hacker und Online-Kriminelle ist an sich keine Neuigkeit. Anders liegt der Fall hingegen, wenn es sich um iMacs und MacBooks handelt. Hier galt eine solche Attacke aufgrund spezieller Vorkehrungen auf der Hardware-Ebene bislang als nahezu ausgeschlossen.

LED-Leuchte bleibt dunkel

Als optisches Signal für den Nutzer, das die integrierte iSight-Webcam in Betrieb ist, dient zudem eine mit dem Bildsensor verknüpfte LED-Leuchte. IT-Forschern der John Hopkins University in Baltimore/USA ist es trotz allem gelungen, die eingebauten Schutzbarrieren bei einigen Mac-Modellen zu überwinden und die Kamera ohne warnendes Lichtsignal in Betrieb zu nehmen.

Wie dies möglich ist, erklären die Wissenschaftler in einem Projektpapier (PDF). Grundlage ist ein Eingriff in die iSight-Firmware, durch den sich die Ansteuerung der LED bei aktivierter Webcam blockieren lässt. Angreifer können Nutzer so unbemerkt filmen und die Daten beliebig für eigene Zwecke verwenden. Die Wirkung der beschriebenen Attacke wurde dabei allerdings ausschließlich auf älteren iMacs und MacBooks der Baujahre bis 2008 demonstriert.

Ob auch neuere Apple-Geräte dafür anfällig sind, ist unklar, wird von Experten laut "Washington Post" aber zumindest für möglich gehalten. In ihrer Studie erklärten die Forscher, eine Kernel-Erweiterung für Mac OS X mit dem Namen "iSightDefender" entwickelt zu haben, mit der sich die iSight-Webcam effektiv schützen lasse. Dieser sei Apple im Zuge der Benachrichtigung über die Schwachstelle bereits im Sommer zur Verfügung gestellt worden. Zur möglichen Bereitstellung eines Updates habe der Konzern sich jedoch nie geäußert.

(Christian Wolf)

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