News

Fonic mit 20.000 Surf-Stick-Kunden

Zur IFA 2008 hatte Fonic die erste Tages-Flatrate für das mobile Surfen auf Prepaid-Basis in Deutschland eingeführt. Eine Monatsflatrate ist nicht in Aussicht – zumindest kurzfristig nicht.

04.03.2009, 16:01 Uhr
CeBIT© CeBIT

Wenn Holger Feistel, einer von zwei Geschäftsführern der o2-Billigmarke Fonic, über die Erfolge der Mobilfunk-Discounter in Deutschland spricht, gerät er fast ins Schwärmen. Klar, das ist sein Job, aber er kann seine positive Stimmung auch mit Zahlen belegen: Fonic habe im vierten Quartal 2008 die eigene Kundenzahl auf 710.000 steigern können und wird damit voraussichtlich ein Jahr früher als geplant die angepeilte Millionenschwelle überspringen. Doch das ist noch nicht alles, wie der langjährige o2-Manager am Rande der CeBIT gegenüber unserem Magazin erklärte.
Fonic will in der Krise wachsen
Feistel ist überzeugt, dass viele Mobilfunk-Kunden in Deutschland noch immer in einem für sie völlig falschen Tarif telefonieren. Sie hätten vor Jahren einmal einen Vertrag abgeschlossen und seitdem zu unveränderten Konditionen immer weiter mit dem Handy telefoniert. Erst in Zeiten der aktuellen Wirtschaftskrise habe sich an diesem Verhalten etwas geändert. "Menschen suchen Sparpotenziale bei ihren privaten Ausgaben", meint der Fonic-Chef und verweist auf den Trend zu Discountern und Billigmarken. "Im vierten Quartal sind so viele SIM-only-Angebote verkauft worden wie nie zuvor – auch bei den Netzbetreibern", so Feistel.
Der Vorteil der Billiganbieter am deutschen Mobilfunk-Markt sei unter anderem, dass sie ihren Kunden gute Leistungen zum wesentlich günstigeren Preis böten. Zudem sei die Flexibilität bei Tarifen ohne feste Vertragslaufzeiten deutlich höher, was in unsicheren Lebenssituationen nicht zu vernachlässigen sei. "Damit werden Mobilfunk-Discounter 2009 von der Krise profitieren", ist Feistel überzeugt. Er rechnet damit, dass der Anteil der am Markt aktiven Discount-SIM-Karten bis Ende 2009 von derzeit 16 Prozent auf 18 bis 20 Prozent steigen wird. Fonic soll dabei auch die jüngste Preissenkung helfen. Ab sofort haben Kunden der o2-Tochter die Möglichkeit, auch ins Ausland ab neun Cent pro Minute zu telefonieren.
Datenflatrate mit monatlicher Abrechnung kurzfristig nicht geplant
Großer Beliebtheit erfreut sich bei immer mehr Fonic-Kunden der Surf-Stick für das mobile Surfen. Damit ist es für 2,50 Euro pro Tag möglich, mit bis zu 3,6 Megabit pro Sekunde über das o2-Netz das Internet zu erkunden. Bereits über 20.000 Kunden haben sich nach Angaben von Feistel für diese Art des mobilen Internetzugangs entschieden. "Und ein Großteil davon sind gewerbliche Nutzer."
Vorerst keine Monats-Flat
Das sei auch ein Grund, warum kurzfristig keine Monatspauschale eingeführt werde. Zwar wollte Feistel eine Einführung eines solchen Tarifs für die Zukunft nicht grundsätzlich ausschließen, sieht momentan aber keinen akuten Handlungsbedarf. "Derzeit fahren wir mit der Tagesflatrate sehr gut".
Voraussichtlich im Laufe des Jahres soll darüber hinaus die Möglichkeit geschaffen werden, dass Neukunden ihre alte Telefonnummer mitnehmen können, wenn sie zu Fonic wechseln. Dieser Punkt steht nach Angaben des Fonic-Chefs ganz weit oben auf der Projektliste.

(Hayo Lücke)

Kommentieren Forum
Zum Seitenanfang