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Fonic-Chef Heise: UMTS-Tagesflat ersetzt kein DSL

Die o2-Billigmarke Fonic will künftig stärker über das mobile Internet wachsen. Die Speed-Bremse greift künftig aber schon früher. Weil Fonic-Kunden aber keine Poweruser seien, betreffe das nur wenige Nutzer, erklärte Unternehmens-Chef Heise.

24.03.2010, 15:31 Uhr
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"Wir versuchen immer wieder der Vorreiter zu sein. Dass uns das gelingt, zeigt der 9-Cent-Tarif im Sprachbereich - das ist heute Standard im Discount-Bereich", blickt Thomas Heise, Co-Geschäftsführer der o2-Billigmarke Fonic zufrieden in die Vergangenheit. Doch weil bekanntlich der Blick immer nach vorne gerichtet werden sollte, will der Billiganbieter auch eine treibende Rolle beim mobilen Internet einnehmen. Neue Tarife sollen dabei helfen, die Zahl der Datenkunden weiter zu steigern. Ende 2009 standen davon bei Fonic rund 80.000 auf der Habenseite, 67.000 nutzten die Tages-Flatrate für 2,50 Euro - Tendenz steigend. Die Entwicklung sei durchaus erfreulich, sagt Heise. Insgesamt konnte Fonic zum Jahreswechsel auf knapp 1,3 Millionen aktive SIM-Karten blicken.

Mobiles Internet ist kein DSL-Ersatz

Künftig will Fonic seine Kunden mit einem so genannten Kostenschutz vor hohen Monatskosten für das mobile Surfen bewahren. Für die ersten zehn Tage kostet die Nutzung des mobilen Internet wie gewohnt jeweils 2,50 Euro, für weitere Nutzungstage innerhalb eines Kalendermonats berechnet Fonic keine weiteren Gebühren. In den Augen von Marketing- und Verkaufs-Chef Heise ist das transparent und fair. Aufkeimende Kritik, wonach künftig bereits nach 500 Megabyte statt bisher 1 Gigabyte Datenvolumen von HSDPA- auf GPRS-Geschwindigkeit gedrosselt wird, will man bei Fonic nicht aufkommen lassen. Lediglich "Bruchteile" der Nutzer eines Fonic Surf Sticks würden überhaupt das Limit von 500 Megabyte erreichen. In Zahlen ausgedrückt: gerade einmal rund 1 Prozent.

Ganz davon abgesehen, sei es Fonic wichtig, möglichst allen Kunden die gleiche Leistung anbieten zu können. Das werde aber schwierig, wenn ein Kunde eine Mobilfunkzelle dauerhaft besetze, um hohe Datenmengen zu übertragen. "Es ist nicht unsere Intention, dass ein Kunde über unsere Tages-Flatrate seinen DSL-Anschluss kompensiert", sagt der Fonic-Chef. Der normale Fonic-Kunde sei allerdings ohnehin kein Heavy-User.

Günstige Hardware ist besser als teurere Speed-Sticks

Aus diesem Grund sei auch ein Surfstick, der maximal 3,6 Megabit pro Sekunde (Mbit/s) im Downstream liefere, "das richtige Angebot". Heise vertritt diese Meinung auch in Hinblick auf preiswerte UMTS-fähige Surfsticks: "Mit günstigen Hardware-Preisen bedienen wir unsere Kunden besser." Lieber verkaufe Fonic einen Stick mit 3,6 Mbit-Limit für 40 Euro, statt einen schnelleren Stick mit bis zu 7,2 Mbit/s anzubieten, der aber 60 Euro oder mehr koste.

Mobile Datentarife, die auf Stundenbasis abgerechnet werden, sind kurzfristig nicht geplant. Heise bezeichnete diese Abrechnungsmethode am Dienstag in München als "nicht wirklich fair." In der Regel nutze der Fonic-Kunde seinen Surf Stick mehr als eine Stunde pro Tag, wodurch er mit einer Tages-Flatrate für 2,50 Euro besser bedient sei, als mit einem Stunden-Tarif, der rund 1 Euro koste.

Wo liegt die nächste psychologische Preisgrenze?

Abzuwarten bleibe auch, wie sich das Preisgefüge im Sprach-Segment entwickele. Hier gehe es vor allem um eine "psychologische Preisschwelle", so Heise. "Ich glaube nicht, dass die bei 7 oder 8 Cent liegt. Wenn dem so wäre, würden unsere Kunden zum Wettbewerb wechseln. Das tun sie aber nicht. Die überwiegende Mehrzahl der Kunden, die 2007 zu Fonic gewechselt sind, telefonieren noch immer mit unserer SIM-Karte." Der Fonic-Chef gab auch zu bedenken, dass aufgrund der regulierten Terminierungsentgelte derzeit mit keinem weiteren Rückgang der Minutenpreise zu rechnen sei.

Auch deswegen sei es heutzutage vor allem wichtig, das Markenimage zu pflegen. Und das sei Fonic unter anderem mit Testimonial Bruce Darnell sehr gut gelungen. Der charismatische Modell-Trainer wird mindestens noch in diesem und voraussichtlich auch im kommenden Jahr für Fonic werben.

(Hayo Lücke)

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