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FON will Sicherheitsleck schließen

Vergangene Woche machte die WLAN-Community mit einer Werbeaktion Schlagzeilen, die bei den Nutzern Sicherheitsbedenken hervor rief. Jetzt erhalten Kritiker eine Erklärung.

04.07.2007, 11:11 Uhr
Notebook© Roman Hense / Fotolia.com

Werbung findet nicht immer Anklang. Ein Beispiel dafür sind die Negativ-Schlagzeilen, die eine Aktion der WLAN-Community FON derzeit hervor gerufen hat: Vergangene Woche wurde bekannt, dass das Unternehmen mit WiFi Ads eine Werbeaktion gestartet hat, die sich jedoch als Sicherheitsleck entpuppt hat. Jetzt erklärt FON offiziell, warum die Aktion eingeführt wurde und welche rechtlichen Hintergründe dabei eine Rolle spielen. Außerdem kündigt das Unternehmen an, bald auch in Deutschland Premium Rate SMS als Zahlungsmethode sowie eine zusätzliche Authentifizierung per Kurznachricht einzuführen.
Neue Nutzer im Visier
WiFi Ads wurde von FON eingeführt, um mehr neue Nutzer in die WLAN-Community zu locken. Man habe anhand der Online-Statistiken festgestellt, dass zwar viele das FON-Portal besuchen. Statt sich wie vorgesehen einzuloggen, würden aber aus diesen Besuchern relativ wenige zahlende FON-Nutzer. Außerdem würden sich beinahe die Hälfte für einen Fünf-Tage-Pass anmelden und nicht zum Tagesticket. Daraus hat man bei FON geschlossen, dass die kostenpflichtige Anmeldung zu umständlich ist und wollte dies mit WiFi Ads ändern. Zusätzlich wurde in Spanien die Zahlung per Kurznachricht ausprobiert.
Die Einführung beider Aktionen sei, so die Unternehmensmitteilung, ein voller Erfolg gewesen. Die Premium SMS seien in Spanien so gut angekommen, dass sie bald auch als Zahlungsmittel in Deutschland und weiteren Ländern eingeführt würden. Dabei sendet der so genannte Alien, das sind Nutzer, die keinen eigenen FONspot betreiben und daher für die WLAN-Verbindung zahlen, eine Kurzmitteilung an eine Servicerufnummer und erhält als Antwort die erforderlichen Login-Daten, um sich anmelden zu können. Auch WiFi Ads sei gut angenommen worden: Hierbei können neue Nutzer einen 30-Sekunden-Werbespot ansehen und erhalten dafür 15 Minuten kostenlos Zugang zum FONspot. Rund zehn Prozent der Gäste haben anschließend einen Tagespass gekauft und viele sollen auch mehrmals wiedergekommen sein, so FON.
Pläne zur Sicherung
Das Problem: Wer sich den Werbespot ansieht, muss sich lediglich mit Namen und E-Mail Adresse registrieren, verifiziert werden die Angaben jedoch nicht. Damit niemand sich mehrfach auf diesem Weg einwählt, wird zusätzlich die MAC-Adresse protokolliert, die aber ohne weiteres gefälscht werden kann. Diese Herabsetzung der Zugangsbarriere hat jedoch vor allem in Deutschland für Besorgnis unter den FON-Mitgliedern gesorgt. Nun arbeite man an einer Lösung, die diesen Sicherheitsbedenken gerecht wird und gleichzeitig einen einfachen Zugang zum FONspot ermöglicht. Zwar habe man Systeme, die Unregelmäßigkeiten prüfen und bisher keine Regelverstöße oder Missbrauch festgestellt. Dennoch arbeite man derzeit an einer Authentifizierung per SMS, so FON.
Darüber hinaus weisen die Spanier auf die unklare Rechtslage in Deutschland hin. Hierzulande gebe es nämlich keine gesetzliche Regelung dazu, wie ein WLAN geschützt werden soll. Einziger Anhaltspunkt sei ein Gerichtsurteil des Landgerichts Hamburg: Dort entschied ein Richter, dass der Besitzer einer Internetleitung in der Beweispflicht ist, wenn ein Unbekannter illegale Inhalte über seinen Anschluss herunter geladen hat.
Im verhandelten Fall ging es um illegales Filesharing, das von einem Fremden über einen offenen WLAN-Router betrieben worden sein soll. Der FON-Router erfülle jedoch beinahe wörtlich die Anforderungen des Hamburger Urteils, da hier das private WLAN-Signal WPA-verschlüsselt werde und der öffentliche Zugang nur mit Username und Passwort möglich ist, die zentral von FON verwaltet würden. Außerdem könnten Foneros in ihrem Mitgliederbereich einsehen, ob und wann es Gastverbindungen auf ihrem Router gab.

(Aleksandra Leon)

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