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"Focus Online" holt Rivalen "Spiegel Online" bei Desktop-Lesern ein

Im Werben um Leser ist "Focus Online" dem Rivalen "Spiegel Online" dicht auf den Fersen. "Spiegel Online" führt das auf eine Optimierung für Suchmaschinen und den Rummel um Michael Schumacher zurück, "Focus Online" auf eine geschickte Leserbindung via Social Media.

20.03.2014, 15:02 Uhr (Quelle: DPA)
Internet© Daniel Fleck / Fotolia.com

Das Nachrichtenportal "Focus Online" hat den Konkurrenten "Spiegel Online" bei der Reichweite in einer wichtigen Kategorie eingeholt. "Focus Online" übertraf den Hamburger Rivalen bei der Zahl der Leser am Desktop, wie die Arbeitsgemeinschaft Online Forschung (AGOF) vom Donnerstag mitteilte. Bei den Lesern, die die Webseiten über Smartphones und andere Mobilgeräte ansteuern, behielt "Spiegel Online" die Nase vorn.

"Bild" bleibt Nummer Eins

Die AGOF in Frankfurt zählte im Januar bei "Focus Online" 11,98 Millionen Nutzer (Unique User) am Desktop - ein Zuwachs um 24,3 Prozent im Vergleich zum Vorjahresmonat. Bei "Spiegel Online" verzeichnete das AGOF-Ranking 11,44 Millionen Desktop-Nutzer, das ist ein Rückgang um 6,7 Prozent binnen Jahresfrist. Marktführer bleibt "Bild.de" mit 16,17 Millionen Unique Usern (27,6 Prozent Zuwachs). Die Zahl der Unique User ist wichtig für die Werbevermarktung.

Immer mehr Nutzer lesen Nachrichten jedoch nicht am stationären Rechner, sondern über Smartphones oder Tablet-Computer. Bei dieser Gruppe lag "Spiegel Online" in der jüngsten vorliegenden Messung vom Oktober 2013 vorne, wobei "Focus Online" ein rasantes Wachstum verzeichnete. 4,79 Millionen Menschen surften mit ihren Mobilgeräten auf die "SpOn"-Angebote (Mai 2013: 3,95 Millionen), bei "Bild.de" waren es 4,44 Millionen (Mai 2013: 3,67 Millionen). "Focus Online" verzeichnete hier 4,32 Millionen Nutzer (Mai 2013: 3,14 Millionen).

Der Geschäftsführer von Tomorrow Focus Media, Oliver Eckert, führte den Erfolg auf Tempo und Qualität der Berichterstattung zurück. "Wir haben vor zwei Jahren eine sehr konsequente Social-Media-Strategie verabschiedet." So habe "Focus Online" eigene Facebook-Seiten für Themen aus Wirtschaft, Politik oder Sport. Sie kämen zusammen auf mehr als 1,5 Millionen Fans.

Der Vize-Chefredakteur von "Spiegel Online", Florian Harms, erklärte in einem Statement, "Focus Online" habe "offenkundig stark in verschiedene Maßnahmen zur Suchmaschinenoptimierung investiert, durch die die Zahl der Unique User deutlich gesteigert werden kann". Webseiten bereiten Artikel oft mit Hilfe von Schlüsselbegriffen so auf, dass sie bei Suchen über Suchmaschinen wie Google besonders prominent auftauchen.

Harms erklärte sich zudem die Entwicklung im Januar teilweise durch die "intensive Berichterstattung" der Konkurrenz über den Unfall von Michael Schumacher. Hier habe sich "Spiegel Online" für eine "maßvolle, der Faktenlage angemessene Berichterstattung" entschieden.

(Hayo Lücke)

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