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"Focus": 120.000 Telekom-Kunden verärgert

Zu langsame Internetverbindungen, technische Probleme und die geplante DSL-Drosselung: Einem Bericht des "Focus" zufolge sind 120.000 Telekom-Kunden unzufrieden mit ihrem Telefon- oder DSL-Anschluss.

12.05.2013, 12:31 Uhr
Telekom Zentrale© Deutsche Telekom AG

Die Deutsche Telekom steht derzeit nicht nur wegen ihrer Vectoring-Pläne, sondern auch in Bezug auf ihr Vorhaben, die DSL-Tarife künftig hinsichtlich des Volumens zu begrenzen, im Mittelpunkt. Dass Letzteres bei den Kunden auf Kritik stößt, war zu erwarten, denn für diejenigen, die nach wie vor ungedrosseltes Volumen möchten, wird es teurer. Wie der "Focus" innerhalb seiner Vorab-Meldungen am Sonntag berichtet, sind derzeit etwa 120.000 Kunden der Telekom unzufrieden mit ihrem Telefon- oder DSL-Anschluss.

Zu langsame Verbindungen werden kritisiert

Gründe für die Verstimmungen seien neben "allgemeinen technischen Problemen" auch zu langsame Internetverbindungen, die der versprochenen Leistung nicht entsprechen würden. Rückendeckung bekommt diese Annahme durch eine Studie der Bundesnetzagentur, die im vergangenen Monat zu dem Schluss kam, dass nur 68 Prozent der DSL-Kunden lediglich die Hälfte der gebuchten Maximalbandbreite zur Verfügung steht. Nur jeder Sechste könne das theoretische Maximum tatsächlich erreichen. Diese Aussagen bezogen sich allerdings nicht nur auf die Telekom, sondern auf alle Anbieter und somit auch auf Kunden von Vodafone, Telefónica und 1&1. Die Telekom erwirtschaftete im ersten Quartal dieses Jahres einen Gewinn von 564 Millionen Euro, verlor aber 4.000 private Breitband-Kunden.

Unzufriedenheit auch durch geplante DSL-Drosselung

Für neue Kritik sorgt die ab 2016 geplante Drosselung der DSL-Anschlüsse. Dennoch betonte die Telekom, auch 2016 noch echte Flatrate-Tarife anbieten zu wollen. Aus heutiger Sicht schätzt der Bonner Konzern, dass "Heavy User" für ein unbegrenztes Datenvolumen einen Aufpreis von 10 bis 20 Euro pro Monat ansetzen müssten. Allerdings gehen Experten davon aus, dass sich der Internetverkehr bis dahin vervierfachen wird. Die Telekom investiere in den nächsten Jahren sechs Milliarden Euro in das deutsche Festnetz. "Diese Investitionen wollen wir zurückverdienen", sagte Telekom-Chef René Obermann kürzlich und erklärte: "Wir werden uns bis 2016 die Markt- und Nutzungsentwicklung genau ansehen. Der Markt ist extrem dynamisch und schnell." So kann sich der Aufpreis zur Aufhebung der Volumendrosselung offenbar noch ändern.

Laut "Focus", der sich auf eine noch nicht veröffentlichte Studie im Auftrag von Arbeitnehmervertretern der Telekom beruft, könnten im Rahmen des Netzausbaus 10.000 bis 15.000 Stellen bedroht sein. Die Telekom bestreite aber derartige Abbaupläne.

(Saskia Brintrup)

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