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"Flatrates", die keine sind: Verbraucherschützer mahnen die Telekom und o2 ab

Echte Internet-Flatrates gibt es im Mobilfunk-Bereich nicht, stattdessen drosseln die Provider die Geschwindigkeit herunter, sobald eine gewisse Volumengrenze überschritten wird. Auch SMS-Pauschalen erlauben nicht immer unbegrenzte Kurzmitteilungen. Die Verbraucherzentrale NRW hat nun zwei Mobilfunker abgemahnt.

14.03.2013, 16:01 Uhr
o2© Telefónica

Wo "Flatrate" draufsteht, ist nicht immer eine echte Pauschale drin. Das kritisiert die Verbraucherzentrale NRW (VZ NRW) anlässlich des Weltverbrauchertages, der am 15. März stattfindet, und bezieht ihre mahnenden Worte auf die Mobilfunker: Die Verbraucherschützer haben Mobilfunk-Anbieter abgemahnt - die Deutsche Telekom und o2.

Keine Flats, sondern Volumenbasis

Bezogen auf Datentarife gibt es im Mobilfunk-Bereich schlichtweg keine echte "Flatrate". Was gemeinhin als "Handy-Internet-Flat" oder "Daten-Flat" bezeichnet wird, erlaubt tatsächlich nur bis zu einer bestimmten Volumengrenze angenehmes Surfen. Ist diese innerhalb des Abrechnungszeitraums erreicht, drosseln die Anbieter die Bandbreite von HSDPA/UMTS-Spitzen auf GPRS-Niveau herab. Auch Datenpakete können bei etlichen Anbietern gebucht werden. Dann ist generell nur ein gewisses Volumen im Preis enthalten. Anschließend endet der Zugang oder es fallen weitere Kosten für ein zusätzliches Datenpaket an. Ein weiteres Beispiel sind die sogenannten "Quasi-Flats", die zwar eine Menge Gesprächsminuten oder SMS zu einem festen Preis enthalten können, letztendlich aber doch auf einem erschöpflichen Kontingent basieren, wie 1.000 Kurzmitteilungen oder Minuten.

Kunden fühlen sich unzureichend informiert

Diese Handhabung haben die Verbraucherschützer nun scharf kritisiert und als "irreführende Kundenwerbung" bezeichnet. Klaus Müller, Vorstand der Verbraucherzentrale NRW, fordert die Mobilfunker dazu auf, "dass sie Kunden einen Pauschaltarif bereitstellen, der diesen Namen verdient – ohne Einschränkungen und Extrakosten". Abgemahnt hat die Organisation o2 und die Telekom. Bei o2 kritisiert die VZ NRW eine SMS-Flatrate, die schlussendlich auf 3.000 Kurzmitteilungen beschränkt ist. Die Telekom geriet aufgrund ihrer "3-fach Flat" ins Visier, die Gespräche und SMS nur innerhalb des eigenen Mobilfunknetzes erlaubt.

Vielen Kunden sei gar nicht klar, dass es sich bei solchen Tarifangeboten nicht um echte Flatrates handelt. Die VZ NRW führt untermauernd eine Emnid-Umfrage in Nordrhein-Westfalen an, die repräsentativ sei. Demnach seien acht von zehn Telefonkunden überzeugt, bei Buchung einer Flatrate grenzenlos telefonieren, SMS schreiben und im Internet surfen zu können. Auch Bezeichnungen wie "SMS-Flat 1.000" waren für die Hälfte der Befragten nicht aufschlussreich. Nur jeder Zweite habe geahnt, dass die Angabe auf ein Volumenlimit hinweist. Darüber hinaus sei jeder Dritte allgemein nicht zufrieden mit der Übersichtlichkeit und Verständlichkeit von Informationen über Tarife, Kosten und genaue Vertragsbedingungen bei den Mobilfunkern.

(Saskia Brintrup)

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