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Flash-Streit: Jetzt spricht der Adobe-CEO

Mit einem persönlichen Brief, warum Apple Flash auf dem iPhone, iPad und iPod touch aussperrt, heizte Steve Jobs den Streit mit Adobe an. In einem Interview mit dem "Wall Street Journal" hat nun der Chef von Adobe seine Sichtweise geschildert.

30.04.2010, 15:16 Uhr
Datenaustausch© violetkaipa / Fotolia.com

Der persönliche Brief von Steve Jobs an Adobe mit Erklärungen, warum Apple Flash den Rücken zukehrt, stieß erwartungsgemäß auf viel Beachtung. Microsoft kündigte an, dass der Internet Explorer 9 nur H.264-kodierte Videos für das HTML5-video-Tag unterstütze und auch ein Adobe-Mitarbeiter meldete sich bereits zu Wort, um den Schlussstrich unter das Flash-Plugin für das iPhone noch einmal zu bekräftigen. In einem Interview mit dem "Wall Street Journal" schilderte jetzt außerdem Shantanu Narayen, CEO von Adobe, seine Sicht auf den Flash-Battle.

Apples Kritikpunkte? - ein "smokescreen"

Auf die Frage, warum seit der von Steve Jobs als "goldene Ära" bezeichneten Zeit der Gemeinsamkeit ein so massiver Streit zwischen den beiden Unternehmen entstehen konnte, nennt Shantanu Narayen unter anderem den steigenden Druck durch die Zahl der Geräte, die Flash bereits unterstützen. Im Juni soll außerdem der Support für Android hinzukommen. Der Brief zeige Apples Besorgnis über Adobes künftigen Vorstoß: Die Produkte des Software-Konzerns werden auch auf Handys, Tablets und Fernsehern verfügbar sein. Die technischen Kritikpunkte bezeichnete der Adobe-Chef als "Vorwand". Dass Flash der Hauptgrund für das Abstürzen von Macs sein soll, sei bei Adobe nicht bekannt, hätte dann aber auch ebenso viel mit Apples Betriebssystem zu tun. Auch den Vorwurf der kürzeren Akkulaufzeit bei Smartphones oder Tablets gegenüber der H.264-Videowiedergabe wies der CEO als "offensichtlich falsch" zurück. Auch, dass sich Flash nicht gut mit Smartphones verstehe, kann Adobe nicht nachvollziehen.

Dass Apple Adobes Produkte als proprietär bezeichnet, kommentiert Shantanu Narayen als "amüsant" und sieht die Wurzel allen Übels darin begründet, dass Apple sich durch Adobes Vision einer Multiscreen- und Multiplattform-Unterstützung bedroht fühlt. Dass der Adobe-Chef nach eigenen Angaben privat kein iPhone nutzt, überrascht wenig. Welche Vorgehensweise letztendlich besser ist, würden die Konsumenten entscheiden.

(Saskia Brintrup)

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