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Flächendeckende Breitbandversorgung: Gemeindetag fordert Glasfaser statt LTE

Der Gemeindetag Baden-Württemberg fordert eine flächendeckende Glasfaseranbindung. Kurz- bis mittelfristig sei LTE nicht in der Lage, den steigenden Anforderungen des Hightech-Zeitalters gerecht zu werden.

26.09.2014, 17:46 Uhr
DSL-Anschluss© IKO / Fotolia.com

Der Gemeindetag Baden-Württemberg fordert von der Bundesregierung eine Änderung des Telekommunikationsgesetzes zum schnelleren Ausbau des Glasfasernetzes. LTE sei kurz- bis mittelfristig nicht in der Lage, die Nachfrage nach Highspeed-Internet zu decken.

LTE keine dauerhafte Lösung für ländliche Gebiete

Baden-Württemberg sei als ländlicher Raum besonders betroffen, bislang gäbe es nur in Ausnahmefällen einen Glasfaseranschluss für Betriebe oder Haushalte. Zwar habe die Bundesregierung in der Digitalen Agenda bis zum Jahr 2018 eine flächendeckende Grundversorgung von 50 Megabit pro Sekunde (Mbit/s) festgelegt, sieht aber bereits perspektivisch ein, dass dies zu wenig sei.

Die Anforderung an die Bandbreite werden zu diesem Zeitpunkt bereits ein vielfaches betragen. Die Bundesregierung selbst gehe von 300 Mbit/s aus. So eine Bandbreite sei ausschließlich über FTTB-Lösungen (Fiber To The Building) zu erreichen.

"Der einfachste und zielführendste Weg zu einer flächendeckenden Glasfaserversorgung wäre deshalb die Festschreibung eines entsprechenden Grundversorgungsgrades im Telekommunikationsgesetz des Bundes", so der Präsident des Gemeindetags, Roger Kehle.

Wirtschaftsfaktor Glasfaser

"Die Verfügbarkeit von schnellem Internet ist inzwischen sowohl für Unternehmen, als auch für die Bürgerinnen und Bürger bei ihrer Wohnortwahl ein entscheidendes Kriterium", sagt Kehle. "Wenn wir keine zukunftsfähige Telekommunikationsinfrastruktur in Form von Glasfasernetzen schaffen, werden sich Unternehmen neue Standorte und Bürgerinnen und Bürger neue Wohnorte suchen."

Auch Bayern ist von der FTTB-Lösung überzeugt und stellt 1,5 Milliarden Euro Fördermittel zur Verfügung. "Alle politischen Ebenen scheinen sich einig zu sein, dass wir kurz- bis mittelfristig nur mit einer Glasfaseranbindung für alle Haushalte sicher in die digitale Zukunft gehen können", erklärt der Gemeindetagspräsident. "Für die Umsetzung dieses Vorhabens wollen bisher aber weder Bund, Land noch die EU Verantwortung übernehmen, sondern geben diese einfach an die Kommunen weiter."

Insgesamt fasst Roger Kehle die Situation wie folgt zusammen: "Die Änderung des Telekommunikationsgesetzes ist sowohl rechtlich, als auch technisch und finanziell möglich. Wenn wir unseren Unternehmen und den Bürgerinnen und Bürgern eine moderne Breitbandversorgung sichern wollen, dann müssen Bund und Länder Verantwortung für die Umsetzung des gemeinsamen Zieles übernehmen und mit den Kommunen auf einer Wellenlänge surfen."

(Marcel Petritz)

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