News

Firefox 2012: Apps, PDFs, Log-in und Windows 8

Wie entwickelt sich der Firefox in diesem Jahr weiter? Auf diese Frage gibt die Roadmap von Mozilla Antwort, die unter anderem eine spezielle Version für die Metro-Oberfläche von Windows 8 sowie einen PDF-Reader, einen App-Markt und ein zentrales Log-in für den Desktop-Firefox erwähnt.

14.02.2012, 17:16 Uhr
Arbeitsplatz© Brad / Fotolia.com

Den aktuellen Firefox 10 hat Mozilla kürzlich mit der Firefox-Version 10.0.1 von einer Sicherheitslücke und einigen Bugs befreit. Wie es mit dem Browser weitergeht, stellen die Entwickler in der Firefox-Roadmap im MozillaWiki in Aussicht. Der am Sonntag aktualisierten Fassung zufolge konzentriert sich die Firefox-Entwicklung in diesem Jahr auf einfaches Teilen von Inhalten in sozialen Netzwerken, Datenschutz-Optionen und eine insgesamt noch stabilere Software. Außerdem stehen eine Version für die Metro-Oberfläche von Windows 8 und verschiedene Neuerungen auf der Agenda. Einiges hat sich die Organisation offenbar bei der Konkurrenz in Form von Chrome abgeschaut.

Firefox passt sich Metro-Oberfläche an

Auf dem Weg zum Metro-Firefox für das neue Windows-Betriebssystem soll der Browser in einem ersten Schritt einem Proof of Concept (Machbarkeitsnachweis) unterzogen werden. Die Testphase soll Mozilla zeigen, was sich generell realisieren lässt. Ziel ist ein neuer Full-Screen-Browser auf Basis der Gecko-Engine für die Bedienung per Touchscreen. Als Zeitpunkt wird das zweite Quartal genannt, der Termin hänge von der Veröffentlichung der Windows 8 Preview und der Entwickler-Dokumentation ab. In der zweiten Hälfte dieses Jahres könnten dann die Alpha- und Beta-Version der Metro App folgen.

Neue Features mit Firefox 11

Der herkömmliche Desktop-Browser wiederum soll im ersten Quartal mit der Version 11 eine Möglichkeit erhalten, Nutzerinhalte wie Lesezeichen und Passwörter aus Googles Chrome zu importieren. Außerdem lassen sich dann auch Add-ons und nicht nur Lesezeichen oder Passwörter mit Firefox-Installationen auf anderen Rechnern synchronisieren - so wie es Chrome bereits anbietet.

Home Tab, zentrales Log-in und PDFs im Browser

Für das zweite Quartal hat sich Mozilla neben den Windows-8-Vorabversionen vorgenommen, das Home-Tab auszubauen. Als erstes Tab im Firefox 13 festgesetzt soll es zur persönlichen, zentralen Seite werden, die Bookmarks, Einstellungen, Downloads und auch einen App-Marktplatz zusammenführt. Dieser soll plattformübergreifend sowohl für den Desktop-Browser als auch per Tablet oder Smartphone bereitstehen. Abgeändert wird der Look von neues Tabs: Firefox 13 öffnet nicht nur eine leere Seite, sondern eine Hilfestellung für die nächste Aktion – eine Art Schnellauswahl, um flotter zur gewünschten Position zu gelangen. Auch ein erweiterter Download-Manager steht auf dem Plan. Darüber hinaus soll der Firefox nicht mehr blank, sondern mit den zuvor geöffneten Tabs starten und das Wiederherstellen von Tabs insgesamt schneller abwickeln können.

In der zweiten Jahreshälfte kümmern sich die Entwickler dann unter anderem um eine zentrale Log-in-Funktion (BrowserID ab Firefox 14), Firefox Share, um Links via Copy&Pasty bei Facebook, Twitter & Co posten zu können, eine integrierte Übersetzungsfunktion für Websites, einen Lesemodus für längere Texte und einen eingebauten PDF-Reader. Eine Tracking-Karte soll den Nutzern anzeigen, wo ihre Surf-Aktivitäten Spuren hinterlassen haben und ihnen Änderungen an den Cookie-Einstellungen erlauben. Ebenfalls neu sind ein Hijacking-Schutz für die Suchfunktion und ein Start-Button für Plug-Ins, um den Browser besser vor Drive-by-Attacken abzuschirmen. Auch für die vorgesehene Umstellung auf Browser-Updates im Hintergrund scheint Chrome der Ideengeber gewesen zu sein.

In diesem Jahr wird der Firefox auch optisch weiter überarbeitet; abgelöst wird das Design durch das neue Theme Australis, das weniger kantig und deutlich moderner wirkt. Die kommende JavaScript-Engine trägt den Codenamen IonMonkey und soll dem Browser zu höherem Tempo verhelfen. Dass Mozilla explizit davon spricht, dass der Browser auch dann noch reaktionsfähig bleiben soll, wenn viele Inhalte parallel betrachtet werden und das Programm schon länger geöffnet ist, scheint die mit steigender Tab-Anzahl auftretenden Performance-Schwierigkeiten zu adressieren. Künftig sollen die angezapften Ressourcen besser ausbalanciert werden, sodass der Fokus auf dem gerade betrachteten Tab liegt.

Der nächste Release steht am 13. März mit dem Firefox 11 an. Dann soll auch der Firefox 12 vom Aurora- in den Beta-Betrieb wechseln und eine Aurora-Version des Firefox 13 erscheinen.

(Saskia Brintrup)

Kommentieren Forum
Zum Seitenanfang