News

Finanzspritze von 1,2 Milliarden Dollar: Uber macht weiter, Chef räumt Fehler ein

Trotz immer lauter werdender Kritik an den Fahrdienst-Vermittler Uber, konnte das Unternehmen 1,2 Milliarden bei seinen Anlegern akquirieren. Vielleicht noch interessanter: Uber-Chef Travis Kalanick zeigt sich erstmals einsichtig und gelobt Besserung.

06.12.2014, 00:01 Uhr (Quelle: DPA)
SMS© TristanBM / Fotolia.com

Der Fahrdienst-Vermittler Uber hat die Kapitaldecke massiv aufgepolstert, um sein aggressives internationales Wachstum zu finanzieren. 1,2 Milliarden Dollar (1,0 Milliarden Euro) besorgte das Unternehmen bei Anlegern, wie Uber-Chef Travis Kalanick am Donnerstag im Firmenblog mitteilte. "Diese Finanzierung wird Uber substanzielle Investitionen ermöglichen, insbesondere in der Asien-Pazifik-Region."

Geldgeber haben Vertrauen in Uber

Laut "Fortune" laufen zudem noch Verhandlungen mit Investoren über weitere Mittelaufnahmen, so dass das Finanzierungsvolumen auf bis zu 1,8 Milliarden Dollar steigen könne. Uber habe die Investmentbank Goldman Sachs angeheuert, um Geld einzuwerben, berichtete das US-Finanzmagazin. Uber würde bei der Finanzierungsrunde mit 40 Milliarden Dollar bewertet werden.

Uber hatte sich zuletzt im Juni 1,2 Milliarden Dollar bei Investoren geholt. Dabei wurde die Firma mit 17 Milliarden Dollar bewertet, was damals schon als außergewöhnlich viel empfunden wurde. Die Geldgeber trauen Uber zu, mit seiner Plattform neben der Taxi-Branche auch die Logistik umzukrempeln.

Uber befindet sich auf rasantem Expansionskurs und ist inzwischen nach eigenen Angaben in 50 Ländern präsent. Uber vermittelt mit Hilfe einer Smartphone-App Fahrten mit Chauffeuren, aber auch mit privaten Fahrern. Vielerorts gibt es jedoch Clinch mit dem Taxi-Gewerbe und Behörden. Sie werfen dem Start-up unfairen Wettbewerb vor.

Uber zeigt sich ein wenig reumütig

Das Interesse der Investoren ist umso bemerkenswerter, da Uber zuletzt besonders starker Kritik ausgesetzt war. Ein Top-Manager hatte mit Gedankenspielen über Schmutzkampagnen gegen kritische Journalisten für Empörung gesorgt. Uber-Chef Kalanick räumte in seinem jüngsten Blog-Eintrag Fehler ein. Mit dem rasanten Wachstum hätten auch die Belastungen für sein Unternehmen stark zugenommen.

"Fehler zu erkennen und aus ihnen zu lernen, das sind die ersten Schritte", schreibt Kalanick. Uber müsse deshalb in Wandel investieren und Beratung suchen, um herauszufinden, welche Anpassungen notwendig seien. "Zum Glück ist rasches Handeln etwas, wo Uber glänzt, und wir werden in den nächsten Monaten Veränderungen vornehmen."

Erst vor wenigen Tagen ist Uber mit seiner App für Android in die Kritik geraten, die fragwürdige Rechte einfordert.

(Marcel Petritz)

Kommentieren Forum

Dieser Artikel wurde noch nicht kommentiert. Schreiben Sie uns Ihre Meinung!

Zum Seitenanfang