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Finanz-Manager: "Ballmer ist wie Charlie Brown"

Der einflussreiche US-Hedgefonds-Manager David Einhorn hat sich für die Ablösung von Microsoft-Chef Steve Ballmer ausgesprochen. Microsoft leide unter einem "Charlie Brown Management", sagte der Präsident der Investmentgesellschaft Greenlight Capital am Mittwoch auf einer Konferenz in New York.

26.05.2011, 14:35 Uhr (Quelle: DPA)
Arbeitsplatz© Brad / Fotolia.com

Der einflussreiche US-Hedgefonds-Manager David Einhorn hat sich für die Ablösung von Microsoft-Chef Steve Ballmer ausgesprochen. Microsoft leide unter einem "Charlie Brown Management", sagte der Präsident der Investmentgesellschaft Greenlight Capital am Mittwoch auf einer Konferenz in New York. Charlie Brown ist eine Figur in dem bekannten Comic "Peanuts" und spielt dort die Rolle des ewigen Verlierers. Ballmer belaste als CEO von Microsoft den Aktienkurs des Softwarekonzerns, sagte Einhorn. Es sei Zeit für den Verwaltungsrat (Board), Ballmer abzulösen.

Microsoft-Kurs schlechter als Durchschnitt

Einhorn räumte in seinem Vortrag auf der Ira Sohn Investment Conference zwar ein, dass die jüngsten Geschäftszahlen von Microsoft im Vergleich zu anderen Unternehmen im S&P-Index (Standard & Poor's) überdurchschnittlich gut ausgefallen sind. Der Kurs von Microsoft habe sich in den vergangenen fünf Quartalen jedoch gleichwohl vier Mal schlechter als der S&P-Index entwickelt. Dieser umfasst die Aktien der 500 größten, börsennotierten US-Unternehmen.

Der Präsident der Investmentgesellschaft Greenlight Capital genießt in der US-Finanzwelt ein gewisses Ansehen, weil er bereits auf der Ira-Sohn-Konferenz im Mai 2008 die Geschäftspraktiken der Investmentbank Lehman Brothers Inc. scharf kritisiert hatte. Im September 2008 meldete Lehman Brothers dann Insolvenz an. Greenlight Capital hält nach eigenen Angaben Microsoft-Aktien im Wert von 230 Millionen Dollar.

Verschwendung von Ressourcen

Einhorn warf Ballmer zudem vor, in der Vergangenheit festzustecken. "Er hat Wettbewerbern ermöglicht, Microsoft in wichtigen Bereichen wie (Internet-)Suche, mobiler Kommunikationssoftware, Tablet PCs und soziale Netzwerken zu schlagen. Und noch schlimmer ist: Die Reaktionen auf diese Fehlentwicklungen haben nur dazu geführt, dass enorme Ressourcen verschwendet wurden, um vergeblich einen Ausweg aus dieser Ecke zu finden." Auch andere Branchenbeobachter kritisierten jüngst wiederholt Ballmers Geschäftspolitik. Für heftige Diskussionen sorgte zuletzt etwa die Übernahme von Skype durch Microsoft für rund 8,5 Milliarden Dollar. Zahlreiche Experten kritisierten den Kaufpreis verglichen mit Umsatz und tatsächlicher Marktkapitalisierung des VoIP-Anbieters als völlig überzogen.

Der heute 55-jährige Ballmer hatte die Unternehmensleitung im Januar 2000 von Microsoft-Gründer Bill Gates übernommen. Microsoft steht derzeit unter Druck, weil Firmen wie Google und Apple das Geschäft mit Smartphones dominieren und Tablet Computer wie das iPad von Apple den Absatz von preiswerten Windows-Laptops schrumpfen lassen. Microsoft verdient sein Geld vor allem mit den Stammprodukten Windows und Office sowie zuletzt auch mit der Spielekonsole Xbox. In Sparten wie dem Onlinegeschäft fallen jedoch Riesenverluste an: Bei Aktivitäten rund um die Suchmaschine "Bing" verzeichnete das Unternehmen allein im jüngsten Quartal ein Minus von mehr als 700 Millionen Dollar.

(Christian Wolf)

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  • Yeah ! Zuletzt kommentiert von Sonixx am 26.05.2011 um 22:42 Uhr
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