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Filmindustrie verklagt Filesharer

Der US-Verband der Filmindustrie hat insgesamt 286 neue Klagen eingereicht. Auch in Deutschland sind rechtliche Konsequenzen für illegale Filmdownloads denkbar.

29.08.2005, 10:21 Uhr
Internet© Daniel Fleck / Fotolia.com

Der US-Verband der Filmindustrie MPAA hat 286 neue Klagen gegen User eingebracht, die illegal Filme online angeboten und geladen haben. Wie die Nachrichtenagentur pte berichtet, liegen den Klagen Informationen zu Grunde, die von zu Fall gebrachten File-Sharing-Websites stammen. Der Großteil dieser Websites nutzte die BitTorrent-Technologie zum Austausch der Filmdateien.
Die Filmindustrie setzt unverhohlen auf die "Furcht vor dem Ertapptwerden": "Internet Filmdiebe seid gewarnt: Ihr habt keine Freunde in der Online-Community, wenn ihr das Copyright verletzt", verkündete John Malcom, Senior Vice President der MPAA. Die Strategie Furcht wird bereits seit Jahresbeginn mit einer aggressiven Kampagne gegen File-Sharer und P2P-Netzwerke begleitet.
Klagen auch in Deutschland?
Auch in Deutschland sind Klagen gegen P2P-User, die Filme online anbieten und dabei das Urheberrecht verletzen, "durchaus vorstellbar", so Jan Scharringhausen, Rechtsexperte der Gesellschaft zur Verfolgung von Urheberrechtsverletzungen (GVU). Allerdings habe die GVU von sich aus noch keine Klagen gegen deutsche User eingebracht. Das heiße aber nicht, dass keine strafrechtlichen Verfahren laufen, die sich im Zuge anderer Ermittlungen ergeben haben.
Die Lage im Filmbereich sei "problematischer" als bei Musikdateien. So werden Filme aufgrund der Dateigröße oft gleich wieder von den Rechnern genommen. Dadurch sei es schwieriger festzustellen, wer große Datenmengen anbietet. Die GVU sei auch in die internationale Zusammenarbeit, etwa mit dem US-Verband MPAA, eingebunden. "Wir überlegen sicherlich auch selbst aktiv zu werden", so Scharringhausen.
Kinobesuche gehen stark zurück
Bestätigt werden diese Überlegungen durch neue Zahlen in Sachen Kinobesucher. Im ersten Halbjahr dieses Jahres konnten die deutschen Kinobetreiber nur 60,3 Millionen Besucher begrüßen. Im Vergleichszeitraum des Vorjahres waren es noch 72,3 Millionen.

(Hayo Lücke)

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