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Film floppte: Macher verklagt Filesharer

Das Kriegsdrama "The Hurt Locker" heimste sechs Oscars ein. Die Kinos füllten aber gerade mal die Portokasse – denn die Filesharer kannten den Film schon. Die Macher fordern jetzt 1.500 US-Dollar (etwa 1.200 Euro) von jedem illegalen Nutzer.

Internet© Anterovium / Fotolia.com

Sechs Oscars und trotzdem gähnende Leere in den Kinokassen? Das kann nicht mit rechten Dingen zugehen, fanden die Macher des Irakkrieg-Dramas "The Hurt Locker". Ging es wohl auch nicht: Monate bevor der Film über US-Leinwände flimmerte, war er nach Informationen der britischen Zeitung "Telegraph" in diversen Tauschbörsen erhältlich.

Nur "Avatar" und "District 9" standen höher im Kurs

Er soll mit rund 8 Millionen Downloads einer der meistkopierten Filme sein. Nur "Avatar" und "District 9" wurden häufiger aus dem Netz gesaugt, so "Chip Online". Ergebnis: Der Streifen spielte gerade mal 16,4 Millionen US-Dollar ein – so wenig wie kaum ein anderer Oscar-Preisträger zuvor. Grund genug für Produzent Voltage Pictures, andere Saiten aufzuziehen: Er verklagt rund 5.000 Nutzer des Dienstes BitTorrent auf Schadensersatz. Man habe "große und irreparable Verletzungen erlitten", heißt es in der Klageschrift. Das sei mit Geld gar nicht aufzuwiegen. Medienberichten zufolge will der Kläger im Besitz der betreffenden IP-Adressen sein – und ist zuversichtlich, die dazugehörigen Nutzer auch ausfindig zu machen. Da kommt wohl so mancher Filesharer ins Schwitzen.

Australier soll 1,3 Millionen US-Dollar zahlen

Denn nicht nur in den USA spülten ähnliche Prozesse bereits beträchtliche Dollar-Summen in die Geldbörsen der Kläger. Erst kürzlich wurde ein australischer Nutzer zu 1,3 Millionen US-Dollar (rund 951.000 Euro) "verdonnert". Neben Voltage Pictures wehren sich auch weitere Produzenten ihrer Haut. Die Gruppe U.S. Copyright Group versucht seit März, gegen 50.000 Filesharer von rund einem Dutzend Filmen vorzugehen. Sie setzt sich "cnet.com" zufolge vor allem für die Belange kleiner Filmproduzenten abseits der großen Hollywood-Tanker wie Warner Brothers und Universal ein.

Musik- und Filmindustrie versuchen seit Jahren, sich gegen den "Volkssport Raubkopieren" zu Wehr zu setzen. Sie stoßen dabei auf wenig Schuldbewusstsein: Auch hierzulande findet ein Viertel der Bevölkerung Raubkopien akzeptabel. Allerdings ist der Trend zur Raubkopie in Deutschland offenbar rückläufig. Grund ist vermutlich die steigende Zahl günstiger oder kostenloser Download-Angebote für Film- und Musik-Dateien.

(Dorothee Monreal)

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