News

Filesharing-Drosselung: Kabel Deutschland stellt Bestandskunden auf aktuelle AGB um

Kabel Deutschland hat in den AGB von Neukunden-Verträgen von "Internet & Telefon"-Kunden bereits seit 2012 eine Drosselung für Filesharing-Dienste ab einem Gesamtdatenvolumen von 60 bzw. 10 GB pro Tag festgeschrieben. Nun sollen auch Bestandskunden mit Verträgen vor August 2009 auf die aktuellen AGB umgestellt werden. Was bedeutet dies konkret?

30.10.2014, 18:35 Uhr
Kabel Deutschland© Kabel Deutschland

Der Kabelnetzbetreiber Kabel Deutschland bietet über seine Internetzugänge aktuell Download-Bandbreiten von bis zu 100 Megabit pro Sekunde (Mbit/s), im November erhöht sich die Surfgeschwindigkeit auf 200 Mbit/s. Allerdings findet sich in den Allgemeinen Geschäftsbedingungen des Münchener Anbieters bereits seit Jahren auch ein Passus zur Drosselung der Bandbreite unter bestimmten Umständen. Galt dies bislang vorwiegend nur für Neukunden-Verträge, erhalten nun auch Kunden, die einen Internet- und Telefonvertrag vor August 2009 abgeschlossen haben, Post von Kabel Deutschland. Sie sollen auf die aktuellen AGB umgestellt werden. Was bedeutet dies konkret?

Drosselung aktuell ab 60 GB täglichem Datenvolumen

Die aktuelle Drosselungsregelung ist in den AGB nach Angaben des Unternehmens bereits seit 2012 enthalten. Im Fußnotentext zu den Internet & Telefon-Tarifen findet sich beispielsweise folgender Hinweis: "Ab einem Gesamtdatenvolumen von mehr als 10 GB pro Tag ist Kabel Deutschland berechtigt, die Übertragungsgeschwindigkeit für Filesharing-Anwendungen bis zum Ablauf desselben Tages auf 100 Kbit/s zu begrenzen; aktuell wird eine Drosselung erst ab einem Gesamtdatenvolumen von 60 GB pro Tag durchgeführt."

Betroffen von der Absenkung der verfügbaren Bandbreite sind demnach nur Filesharing-Anwendungen. Das klassische Surfen im Netz bleibt davon unberührt. Außerdem greift die Drosselung in der Praxis erst ab einem Gesamtvolumen von 60 GB am Tag - ein relativ fairer Wert. Allerdings nimmt beispielsweise das Streaming von Inhalten dank Netflix, Amazon Prime, Watchever & Co immer mehr zu. Alleine dadurch können sich schnell einige Gigabyte Datenvolumen an einem Tag ansammeln. Dennoch sollten nur die wenigsten Internetnutzer das Tageslimit von 60 GB erreichen. Laut AGB kann Kabel Deutschland aber auch bereits ab einem täglichen Datenvolumen von 10 GB für die Nutzung von Filesharing-Anwendungen auf die Tempo-Bremse treten - wenn das Unternehmen dies möchte. In mehrköpfigen Familien kann einiges an Traffic anfallen, da ist ein Gesamtdatenvolumen von 10 GB am Tag schon eher erreichbar. Aber auch in diesem Fall würden ausschließlich Filesharing-Dienste in der Bandbreite beschränkt.

Kabel Deutschland: Telekommunikationsmarkt hat sich extrem verändert

Kabel Deutschland begründet den jetzigen Schritt zur AGB-Umstellung auch für Bestandskunden wie folgt: "Der Telekommunikationsmarkt hat sich in den letzten Jahren extrem weiterentwickelt und verändert, demzufolge auch die technischen und rechtlichen Rahmenbedingungen. Vor diesem Hintergrund erhalten Kabel Deutschland Kunden, die einen Internet und/oder Telefonvertrag vor August 2009 mit uns abgeschlossen haben, nun auch die aktuellen Allgemeinen Geschäftsbedingungen (AGB)."

Die Regelung für Filesharing-Dienste sei notwendig, "um die Servicequalität für alle Nutzer langfristig auf hohem Niveau zu halten", gegebenenfalls dann auch die Drosselung ab 10 GB einzusetzen. Kabel Deutschland reduziere aktuell ab 60 GB "lediglich die Geschwindigkeit für datenintensive, aber zeitunkritische Filesharing-Dienste". Betroffen von Einschränkungen bei Filesharing-Anwendungen wären nach Angaben auf der Homepage von Kabel Deutschland "nur 0,1 Prozent der Kunden". Dafür würden aber im Gegenzug "99,9 Prozent der Kunden von einer hohen Servicequalität und –sicherheit" profitieren.

(Jörg Schamberg)

Kommentieren Forum
Zum Seitenanfang