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"Feinde des Internets": Firmen am Pranger wehren sich

Fünf Sicherheitsfirmen stehen am Pranger: Ihre Software helfe Regimes in aller Welt beim Bespitzeln von Menschenrechtlern. Aber nicht jeder der Firman lässt den Vorwurf der Journalisten-Gruppe "Reporter ohne Grenzen" auf sich sitzen.

13.03.2013, 09:01 Uhr (Quelle: DPA)
Internet© Anterovium / Fotolia.com

Fünf Sicherheitsfirmen fördern mit ihrer Überwachungs-Software das Bespitzeln von Aktivisten und Menschenrechtlern. So lautet der Vorwurf von "Reporter ohne Grenzen". Die Journalisten-Vereinigung setzte die Namen auf ihre jährliche Liste von "Feinden des Internets" - sehr zu deren Unmut. Die Unternehmen Amesys und Hacking Team wehren sich gegen den Vorwurf, ihre Computer-Programme unterstüzten autoritäre Regimes beim Verletzen von Menschenrechten und Informationsfreiheit.

Schockiert über "Feind des Internets"

Die Mutterfirma von Amesys erklärte, die Firma habe den entsprechenden Geschäftsbereich im November 2012 verkauft. Das sei öffentlich bekannt. "Amesys ist schockiert, als 'Feind des Internets' bezeichnet zu werden, und betrachtet die Vorwürfe als gegenstandslos", erklärte eine Sprecherin gegenüber der dpa.

Das "Wall Street Journal" hatte 2011 berichtet, Amesys habe ein Programm zur Internetüberwachung entwickelt, das in Libyen unter dem Regime von Muammar al-Gaddafi eingesetzt worden sei. Die Aktivitäten im Zusammenhang mit der Eagle genannten Software wurden inzwischen von der Firma verkauft, sagte die Sprecherin.

Informationen bei Folter verwendet

Auch die italienische Firma Hacking Team widersprach den Vorwürfen. "Wir bemühen uns sehr, sicherzustellen, dass unsere Software nicht an Regierungen verkauft wird, die von internationalen Organisationen kritisch bewertet wurden", erklärte ihr Berater Eric Rabe. Eine Führungsgruppe bewerte jeden Verkauf und könne ihr Veto einlegen. Polizeibehörden brauchten solche Software allerdings, um Internetbetrügern und Terroristen auf die Spur zu kommen.

"Reporter ohne Grenzen" setzte mit den Sicherheitsdiensten erstmals Firmen auf seine Liste der Internetfeinde. Solche Programme dienten repressiven Regimes dazu, die Internetkommunikation weiträumig zu überwachen oder gezielt Aktivisten auszuschnüffeln, erklärte die Vereinigung. So gewonnenes Material sei in Ländern wie Bahrain bei Verhören und Folter von Aktivisten benutzt wurden, so Christian Mihr von "Reporter ohne Grenzen".

(Dorothee Monreal)

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