Notebooks

Fehler: MacBook für 30 Euro bei Otto

Der Versandhändler bot in seinem Onlineshop Apple MacBooks für knapp 30 und rund 50 Euro an. Die Besteller sollen nun anstelle der Notebooks einen Gutschein erhalten.

31.07.2009, 09:39 Uhr
Laptop© Micha Bednarek / Fotolia.com

Windows 7 für 49,99 Euro ist schon günstig, aber noch lange nicht so ein Schnäppchen wie das Angebot, das es am Dienstag bei Otto zu holen gab. Das Versandhaus offerierte über seinen Online-Auftritt Apple MacBooks für 29,99 und 49,95 Euro – natürlich aus Versehen.
Ein MacBook für 29,99 Euro
Die angebotenen MacBook und Macbook Air Modelle auf der Otto Website reihten sich ganz normal in die gewohnte Optik ein, lediglich der Preis verwunderte. Natürlich konnte an dieser Verkaufsaktion für 29,99 beziehungsweise 49,95 Euro etwas nicht stimmen – schließlich kostet ein MacBook Air mindestens rund 1.400 Euro. Auch Laptops anderer Hersteller wie Acer, Sony, HP und Medion wurden mit falschen Preisen ausgezeichnet. Dies hielt die Käufer aber nicht vom Bestellen ab. Laut Otto gingen 2.565 Bestellungen über insgesamt 6.534 Notebooks ein. Ob dem Kunden nun bewusst war, dass hier ein Fehler vorlag oder nicht: Die Frage ist, ob Otto die Geräte nun zu diesem Preis ausliefern muss.
Verwechslung mit Taschenset
Wie einer der Besteller in seinem Weblog scherzinfarkt.net berichtet, hat er sogar eine Bestellbestätigung erhalten. Der Versandhändler habe ihn aber einen Tag nach der Bestellung telefonisch auf den Fehler hingewiesen. Der Preis gehörte eigentlich zu einem Taschenset. Otto teilte später offiziell mit, dass der Fehler bei der Dateneingabe geschah. Wie der Rechtsanwalt Udo Vetter per Blog mitteilt, hängt es auch von den AGB von Otto ab, ob geliefert werden muss oder nicht. Anhand eines der Leser-Kommentare werde aber eine Besonderheit des Falls deutlich: Es sei problematisch, dass Otto die Kaufverträge nicht als "nicht zustandegekommen" behandelt habe, sondern nachträglich den Kaufgegenstand angepasst hat und "und diese umgewandelten Kaufverträge als zustandegekommen erachtet".
Normalerweise sind solche Verträge mit falschen Preisangaben jedoch laut BGB wegen Irrtums anfechtbar (§ 119). Dies sieht offenbar auch Otto so und will den Kunden anstelle der Notebooks ein Entschuldigungsschreiben und einen Gutschein über 100 Euro zuschicken. Darüber hinaus werden unter den Bestellern 50 MacBooks verlost. "Wie den Bestellbestätigungen und den Allgemeinen Geschäftsbedingungen (AGB) von OTTO zu entnehmen ist, wird ein Kaufvertrag erst mit Zugang der Ware beim Kunden wirksam", kommentiert Otto.

(Saskia Brintrup)

Kommentieren Forum

Dieser Artikel wurde noch nicht kommentiert. Schreiben Sie uns Ihre Meinung!

Zum Seitenanfang