VATM TK-Marktstudie 2019

Fast 19 Millionen gigabitfähige Anschlüsse bis Ende 2019

Wie sieht der deutsche Breitbandmarkt Ende 2019 aus? Zahlen dazu liefert die aktuelle "TK-Marktstudie 2019" von VATM und DIALOG CONSULT. Die Zahl der Breitbandanschlüsse legt auf 35,2 Millionen zu, der Datenverbrauch steigt weiter an.

VATM© VATM

Köln - Der Telekommunikationsverband VATM und die DIALOG CONSULT haben am Mittwoch in Köln ihre gemeinsame Studie zum deutschen Telekommunikationsmarkt 2019 vorgestellt. Studienautor Prof. Dr. Torsten J. Gerpott präsentierte wie in den Vorjahren viele Zahlen zum Breitbandmarkt in Deutschland. Die Zahl der gigabitfähigen Anschlüsse (FTTH/B und Kabel/HFC) werde bis Ende 2019 nach Schätzungen der Studie auf 18,98 Millionen steigen. Gegenüber 2018 sei das ein Anstieg um 73 Prozent.

Nur ein Viertel der verfügbaren gigabitfähigen Anschlüsse wird auch genutzt

Dabei handelt es sich allerdings um die Gesamtzahl der gigabitfähigen Anschlüsse, die bis zum Jahresende technisch verfügbar sein sollen. Tatsächlich aktiv genutzt würden Ende 2019 nur 4,81 Millionen, also 25,4 Prozent. Nicht jeder Haushalt, der Gigabit-Speed nutzen könnte, bestellt auch bereits einen solchen Highspeed-Anschluss. Die Wettbewerber der Telekom treiben den Glasfaserausbau voran. 92 Prozent der gigabitfähigen Anschlüsse komme von den Wettbewerbern. Flächendeckend verfügbar ist Gigabit-Internet aber noch lange nicht. Vielfach überschneidet sich die Verfügbarkeit von Glasfaser und Kabel in etlichen Regionen. Die Studie geht von einer 60-prozentigen Überschneidung von FTTH/B und DOCSIS 3.1 aus. Unter dieser Annahme könnten Ende 2019 rund 39 Prozent aller privaten Haushalte einen gigabitfähigen Anschluss nutzen.

GlasfaserkabelDie aktive Nutzung der echten Glasfaser (FTTH/B) hinkt in Deutschland noch hinterher.© zentilia / Fotolia.com

Zwei Drittel der FTTH/B-Glasfaseranschlüsse noch inaktiv

Die Zahl der "echten" Glasfaseranschlüsse bis in die Gebäude oder Wohnungen (FTTB/FTTH) nehme bis Ende 2019 gegenüber dem Vorjahr um 20 Prozent auf fast 4,4 Millionen zu. Rund 1,48 Millionen dieser Anschlüsse werden aktiv genutzt. Das entspricht einer Take-Up-Rate von 33,8 Prozent. Somit sind 2,9 Millionen erreichbare Anschlüsse noch inaktiv, das sind zwei Drittel aller FTTH/B-Glasfaseranschlüsse. In den auf DOCSIS 3.1 aufgerüsteten HFC-Kabelnetzen seien bis Ende des Jahres 14,7 Millionen Anschlüsse gigabitfähig, im Jahr zuvor waren es erst 7,4 Millionen.

Zahl der Breitbandanschlüsse klettert um eine Million auf 35,2 Millionen

Ende 2019 soll die Zahl aller Breitbandanschlüsse bei rund 35,2 Millionen liegen, ein Anstieg von rund einer Million Anschlüsse gegenüber dem Vorjahr. Der Löwenanteil von 25,3 Millionen Anschlüssen (71,8 Prozent) entfällt auf die Technologien DSL und VDSL inklusive Vectoring mit bis zu 250 Mbit/s. Rund 8,4 Millionen Anschlüsse (23,9 Prozent) werden zum Jahresende über das HFC-Kabelnetz mit bis zu 1 Gbit/s realisiert. Die Zahl der genutzten FTTH/B-Anschlüsse liegt bei fast 1,5 Millionen und kommt damit auf einen Anteil am Breitbandmarkt von 4,3 Prozent. Dennoch konnten FTTH/B-Anschlüsse mit einem Plus von 400.000 in diesem Jahr den stärkten Anstieg verbuchen. Die Zahl der HFC-Kabelanschlüsse und der DSL/VDSL-Anschlüsse wächst bis Ende 2019 jeweils um rund 300.000 im Vergleich zum Vorjahr.

Telekom hat mit Abstand weiterhin die meisten Breitband-Kunden

DSL-ProviderDie Deutsche Telekom dominiert weiterhin den Breitbandmarkt in Deutschland.© i12 GmbH

Zum Stand Ende Juni 2019 blieb die Deutsche Telekom mit 13,6 Millionen Breitband-Kunden der größte Breitband-Anbieter und kommt mit Blick auf die Kundenzahlen auf einen Marktanteil von 39,4 Prozent. Vodafone Deutschland folgt mit 6,9 Millionen Breitband-Kunden (19,9 Prozent). Selbst nach Einbeziehung von Unitymedia mit 3,7 Millionen Breitband-Kunden (10,7 Prozent) liegt Vodafone um fast 9 Prozentpunkte hinter der Telekom. 1&1 verzeichnet 4,2 Millionen Kunden und einen Anteil von 12,4 Prozent, Telefóncia Deutschland (O2) hat 2,2 Millionen Breitband-Kunden (6,4 Prozent). Alle anderen Anbieter wie EWE, Tele Columbus, M-net und NetCologne kommen jeweils auf weniger als eine Million Breitband-Kunden.

Ende 2019 nutzen Kunden 1,2 Millionen Breitband-Anschlüsse mit einer Download-Bandbreite von mehr als 250 Mbit/s. Der Großteil von 13 Millionen (36,9 Prozent) surft mit Geschwindigkeiten von mehr als 50 Mbit/s bis zu 250 Mbit/s. Aber auch zum Jahresende sollen noch 2,1 Millionen Breitband-Anschlüsse (6 Prozent) mit 6 Mbit/s und weniger genutzt werden.

137,1 GB Datenverbrauch je Breitband-Anschluss pro Monat

Bleibt noch ein Blick auf den Datenverbrauch im Festnetz, der bis Ende 2019 um 29,5 Prozent auf insgesamt 57 Milliarden GB steigen soll. Auf einen einzelnen Breitband-Anschluss entfällt somit ein durchschnittlich genutztes Datenvolumen von 137,1 GB pro Monat. Zum Vergleich: Über eine Mobilfunk-SIM-Karte wird monatlich im Schnitt ein Datenvolumen von rund 2,5 GB verbraucht.

Günstige Internet-Tarife finden

Jörg Schamberg

Weiterführende Links
Lesen Sie alles Wichtige von onlinekosten.de - auf Wunsch per WhatsApp direkt auf dem Handy. Whatsapp-Newsletter Wöchentlichen Newsletter
Kommentieren Forum
Zum Seitenanfang
NewsletterPopup