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Fake-Onlineshops: VZ NRW warnt vor Kauf bei ZenonTechs, HexaStore und HulkStore

Bei der Schnäppchensuche über Google Shopping landen drei britische Online-Shops häufig auf den Top-Plätzen. Die Verbraucherzentrale NRW rät aber eindringlich: Finger weg von diesen Anbietern. Per Vorkasse werde abgezockt.

19.07.2013, 11:16 Uhr
Datenaustausch© violetkaipa / Fotolia.com

Wer im Netz auf der Suche nach begehrten Technik-Angeboten ist und über Google nach dem günstigsten Schnäppchenpreis fahndet, der stößt bei Suchabfragen nicht selten auf drei deutschsprachige Online-Shops auf den Spitzenplätzen, die ihren Sitz aber in Großbritannien haben. Diese Shops liegen häufig mit ihren Preisen um 10 bis 25 Prozent unter denen der Konkurrenz, doch Käufer sollten Vorsicht walten lassen. Die Verbraucherzentrale NRW warnt aktuell eindringlich vor einer Shopping-Tour bei den drei Anbietern ZenonTechs, HexaStore und HulkStore.

Bezahlung nur per Vorkasse möglich

Die Verbraucherschützer bezeichnen die drei Anbieter als Fake-Shops und berichten von entsprechenden Erfahrungsberichten von Käufern in Internetforen. Ein Kunde, der beispielsweise auf der Suche nach einem BenQ-Monitor war, wurde über Google Shopping bei dem Londoner Online-Shop HexaStore fündig. Der Shop warb sowohl mit den Bezahlsystemen PayPal, VISA und Mastercard, doch während des Bestellvorgangs wurde nur noch die risikoreichste Zahlvariante Vorkasse angeboten. Das Problem für Kunden: Eine Zurückbuchung bei Problemen ist laut der Verbraucherzentrale nicht einfach möglich.

Die Verbraucherschützer haben die drei Online-Shops per Stichprobe selber unter die Lupe genommen. Über Google suchten sie neben dem BenQ-Monitor auch nach dem Smartphone Samsung Galaxy S III, einer Digitalkamera von Canon, einem TomTom Navigationsgerät sowie nach einem Samsung TV. Immer war einer der drei Shops bei Google auf der Top-Position angesiedelt. Bei anderen Preissuchmaschinen wie Preisroboter, Pricerunner, Idealo, Kelkoo, Billiger und Shopping24 waren die britischen Shops dagegen nicht zu finden.

Mängel auf der Webseite: Fehlendes Impressum, nicht freigeschaltete Rufnummmern

Offenbar überprüft Google Shopping die erfassten Online-Shops nicht oder nicht gründlich genug. Das Konkurrenzportal Günstiger dagegen erklärte gegenüber den Verbraucherschützern, dass sich alle gelisteten Händler einer "intensiven Qualitätskontrolle" stellen müssen. Geschaut werde unter anderem auf ein aktuelles Impressum , einen gültigen Gewerbeschein und auf sichere Bezahlarten. Hier zeigten sich bei den drei besagten Online-Shops jedoch Mängel, HexaStore weist z.B. überhaupt kein Impressum auf. Zudem waren die bei den professionell gestalteten Shops angegebenen Telefonnummern nicht freigeschaltet.

Erstaunen löste nicht nur bei den Verbraucherschützern, sondern auch bei uns in der Redaktion ein Blick auf die Rubrik "Über uns" aus. Dort findet sich unter anderem der Hinweis auf ein junges Unternehmen mit "mehr als ein ganzes Jahrhundert Firmengeschichte" – gleichlautend auf allen drei Webseiten. Zudem würden die Shops zwar ein abgewandeltes PayPal-Logo auf ihrer Webseite einbinden, dann aber laut VZ NRW "allein via Vorkasse" abzocken. Die Verbraucherzentrale rät daher klar: "Finger weg!" von diesen Shops.

Wer im Internet bei unbekannten Shops einkaufen möchte, sollte nach dem Rat der Verbraucherschützer vor allem auf eine sichere Zahlungsmöglichkeit wie Kauf auf Rechnung, Lastschrift oder PayPal achten. Der Kaufpreis sei dann auch gesichert, wenn keine Lieferung erfolge.

(Jörg Schamberg)

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