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Faire Flatrates im Vergleich

Das Internet auch unterwegs über einen mobilen Datentarif zu nutzen, ist heutzutage kein Problem mehr. Alle vier deutschen Mobilfunk-Netzbetreiber bieten ab sofort einen Datentarif mit fünf Gigabyte Inklusivvolumen im Monat an. Wir haben die so genannten Fair-Flat-Tarife miteinander verglichen.

30.03.2007, 08:00 Uhr
SMS© TristanBM / Fotolia.com

In den heimischen vier Wänden einen Internetzugang zu nutzen, ist heutzutage fast schon eine Selbstverständlichkeit. Immer häufiger kommt das Internet aber auch unterwegs zum Einsatz. Mobile Datentarife bringen das World Wide Web direkt auf das Handy-Display oder das Notebook. Der tragbare Computer wird für die Interneteinwahl mit einem Handy oder einer Datenkarte gekoppelt. Dank fallender Preise wird die mobile Internetnutzung auch für Otto-Normal-Nutzer erschwinglich. Seit Ende März bieten alle vier deutschen Netzbetreiber einen so genannten Fair-Flat-Tarif mit fünf Gigabyte Inklusivvolumen im Monat an. Wir haben die Angebote miteinander verglichen.
Fair-Flat-Policy beachten
Sowohl in den Netzen von T-Mobile und Vodafone kann auf einen Volumentarif mit einem hohen monatlichen Inklusivvolumen gesetzt werden, als auch bei E-Plus und o2. Bei T-Mobile heißt das Angebot "web'n'walk Large", bei Vodafone trägt es den eher schlecht einprägsamen Namen "WebConnect Fair Flat National". E-Plus hat seinen großen Volumentarif "Online Flat 5000" getauft und o2 vermarktet die Fair-Flat unter dem Namen "Internet-Pack L".
Neben dem monatlichen Inklusivvolumen von 5.000 Megabyte haben die Angebote von T-Mobile, Vodafone und E-Plus noch eine weitere Gemeinsamkeit: die so genannte Fair-Flat-Policy. Das heißt, wer das monatliche Inklusivvolumen an zwei aufeinander folgenden Monaten überschreitet, muss in den anschließenden Monaten ab dem 5.001. Megabyte extra zahlen. Seitens o2 wird nach Unternehmensangaben eine Überschreitung des Inklusivvolumens um etwa zehn Prozent geduldet.
Preise vergleichen lohnt sich
Ein Blick auf die monatliche Grundgebühr loht sich bei allen vier Tarifen. Das teuerste Angebot von Vodafone kostet mehr als doppelt so viel wie das günstigste von o2. Während bei der WebConnect Fair Flat National von Vodafone 49,95 Euro monatlich berechnet werden, verlangt o2 für das Internet-Pack L nur 25 Euro. T-Mobile erwartet für web'n'walk Large 50 Euro, E-Plus für die Online Flat 5000 30 Euro. Kundenfreundlich: Einen Anschlusspreis für den Datentarif wird von keinem der vier Anbieter verlangt. Neben der eigentlichen Grundgebühr ist der Abrechnungstakt ebenfalls ein wichtiges Entscheidungskriterium. Auch hier kann o2 gegenüber den Wettbewerbern klar punkten. Während T-Mobile, Vodafone und E-Plus in 100-Kilobyte-Schritten abrechnen, nutzt o2 die deutlich kundenfreundlichere 10-Kilobyte-Taktung. Über das monatliche Inklusivvolumen hinausgehendes Datenaufkommen kostet bei Überschreitung der Fair-Flat-Regelung bei o2 und E-Plus 50 Cent pro Megabyte, bei T-Mobile und Vodafone werden für jedes weitere Megabyte 60 beziehungsweise 59 Cent fällig.
UMTS-Ausbau beachten
Neben günstigen Preisen sollte für einen ungetrübten Internetspaß auch die Geschwindigkeit im Downstream beim den Datenempfang stimmen. Derzeit wird preislich noch bei keinem der vier Netzbetreiber zwischen GPRS-, UMTS- und - bei entsprechendem Netzausbau - HSDPA-Verbindungen unterschieden. In der Praxis heißt das, bei T-Mobile und Vodafone sind dank HSDPA-Technik Geschwindigkeiten von bis zu 3,6 Megabit pro Sekunde (Mbit/s) möglich. In einzelnen Regionen hat Vodafone bereits der Netzausbau auf 7,2 Mbit/s begonnen. T-Mobile will im Laufe des Jahres nachziehen.
Bei o2 wird HSDPA derzeit mit einem maximalen Downstream von 1,8 Mbit/s in sechs Großstädten getestet. Abseits dieser Städte ist ein maximaler Downstream von 384 Kilobit pro Sekunde (Kbit/s) möglich. E-Plus setzt noch gar nicht auf HSDPA, sondern bundesweit auf UMTS mit maximal 384 Kbit/s. Abseits von mit HSDPA oder UMTS versorgten Gebieten sind bei allen anbietern Datenverbindungen über GPRS mit bis zu 56 Kbit/s oder bei entsprechender Verfügbarkeit über EDGE mit bis zu 200 Kbit/s möglich.
HSDPA-Aufschlag in D-Netzen geplant
Künftig ist das Surfen über UMTS-Verbindungen allerdings günstiger möglich als über deutlich schnellere HSDPA-Verbindungen. Ab Anfang Mai reduziert sich die monatliche Grundgebühr für web'n'walk-Optionen von T-Mobile um fünf Euro wenn man sich mit 384 Kbit/s im Downstream zufrieden gibt. Vodafone plant nach derzeitigem Stand ab August einen HSDPA-Aufschlag in Höhe von fünf Euro monatlich. Bei o2 soll das HSDPA-Surfen auch künftig ohne Aufpreis möglich sein. Kundenfreundlich gestaltet sich bei drei der vier Anbieter die Mindestlaufzeit des jeweiligen Fair-Flat-Tarifs. Sowohl T-Mobile, E-Plus als auch o2 erwarten eine Vertragslaufzeit von drei Monaten. Vodafone erwartet hingegen eine Mindestlaufzeit von zwei Jahren.
Zusätzliche Kosten im Auge behalten
Zu beachten ist auch, dass die Fair-Flatrate sowohl bei T-Mobile als auch bei Vodafone nur in Verbindung mit einem zusätzlichen Datenanschluss nutzbar ist. "Web'n'walk Plus" von T-Mobile kostet monatlich neun Euro, Vodafone erwartet für den "BusinessData"-Anschluss mindestens 4,76 Euro im Monat. Bei E-Plus ist die Online Flat 5000 zwar nicht an einen Datenanschluss gekoppelt, dafür ist allerdings ein E-Plus-Sprachtarif Voraussetzung, um den 5-Gigabyte-Datentarif nutzen zu können.
Bei o2 ist eine Buchung des monatlich 9,52 Euro teuren Datenanschlusses "Active Data" nur dann notwendig, wenn der Kunde bei Vertragsabschluss eine subventionierte Datenkarte für das Notebook wünscht. Die kostet dann 9,99 Euro, die Mindestvertragslaufzeit verlängert sich von drei auf 24 Monate. Ansonsten ist zur Nutzung ein o2-Sprachtarif Voraussetzung. Auch bei T-Mobile und Vodafone sind Laptop-Karten erhältlich – sogar schon ab einem Euro. E-Plus bietet – ebenfalls ab einem Euro – ein Mini-USB-Modem statt einer Laptopkarte an.
Fazit: o2 kann punkten
Ein Blick auf die vier Fair-Flat-Angebote der deutschen Moilfunk-Netzbetreiber zeigt, dass o2 das preislich attraktivste Angebot liefert. Nicht nur 25 Euro Grundgebühr, die monatlich gezahlt werden müssen, sind derzeit ungeschlagen. Auch der günstige Abrechnungstakt in 10-Kilobyte-Schritten ist verglichen mit den Tarifen von T-Mobile, Vodafone und E-Plus konkurrenzlos.
Dafür verliert der Münchener Netzbetreiber allerdings deutlich gegenüber der Konkurrenz wenn es um den UMTS-Netzausbau geht. Während Vodafone und T-Mobile nach eigenen Angaben bereits über 80 beziehungsweise circa 75 Prozent der deutschen Bevölkerung mit UMTS-Signalen versorgen, sind es bei o2 nur 50 Prozent. Wie es heißt, alle Städte mit mehr als 100.000 Einwohnern. E-Plus kommt nach eigenen Angaben auf 60 Prozent UMTS-Netzabdeckung.
T-Mobile bietet weiteres Extra
Weitere Extras sind Mangelware. Nur T-Mobile hat für ein Bonbon verpackt und bietet seinen web'n'walk Large-Kunden neben fünf Gigabyte Inklusivvolumen für die UMTS-Nutzung auch noch 200 Stunden für das Surfen an Hotspots von T-Mobile und T-Com. Das heißt, täglich stehen zusätzlich gut sechs Stunden WLAN-Nutzung zur Verfügung. Für alle, die in der Nähe eines solchen Hotspots wohnen, eine interessante Alternative zum klassischen DSL-Anschluss.
1: HSDPA ist derzeit nur in sechs Großstädten verfügbar. Sonst bis zu 384 Kbit/s.
2: HSDPA-Ausbau auf 7,2 Mbit/s hat begonnen.
3: Ab dem 2. Mai 5 Euro Rabatt auf den Grundpreis bei Verzicht auf HSDPA-Nutzung.
4: Ab dem 1. August 5 Euro Aufschlag auf den Grundpreis bei HSDPA-Nutzung.
5: führte zur Aufwertung
6: geschätzter Wert

(Hayo Lücke)

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