Datenschutz

Facebook will Datenverwaltung vereinfachen – Neuer Mozilla "Container"

Facebook will mit einer neuen Struktur die Datenschutzeinstellungen für Nutzer vereinfachen. Ab Ende Mai sind derartige Maßnahmen aufgrund der neuen Datenschutzverordnung verpflichtend. Indessen hat Mozilla eine neue Erweiterung angekündigt, mit der das soziale Netzwerk nicht mehr auf Daten anderer Webseiten zugreifen kann.

Internetsicherheit© xiaoliangge / Fotolia.com

Menlo Park/ Berlin - Knapp zwei Monate vor dem Start der EU-Datenschutzverordnung macht es Facebook für Nutzer einfacher, ihre Daten einzusehen und zu löschen. Außerdem wird es künftig möglich sein, sämtliche Daten und bei Facebook hochgeladene Inhalte in Formaten herunterzuladen, mit denen sie zu einem anderen Dienst verlagert werden können. Das gehört zu den Anforderungen der europäischen Grundverordnung, die am 25. Mai in Kraft tritt. Die Neuerungen greifen aber weltweit.

Datenschutz-Einstellungen sollen an einer Stelle gebündelt werden

Insgesamt soll es leichter werden, bisher oft verstreute Datenschutz-Einstellungen an einem Ort zu finden. Die Änderungen waren zur Anpassung an die neuen europäischen Regeln seit Monaten in Arbeit. Das Online-Netzwerk ging bei der Ankündigung am Mittwoch aber auch auf den aktuellen Datenschutz-Skandal um den Missbrauch von Nutzer-Informationen durch die Analyse-Firma Cambridge Analytica ein. "Die vergangene Woche hat uns gezeigt, wie viel mehr wir noch daran arbeiten müssen, unsere Regeln durchzusetzen und den Menschen zu helfen, zu verstehen, wie Facebook funktioniert und welche Optionen sie im Umgang mit ihren Daten haben", schrieb die zuständige Facebook-Managerin Erin Egan.

Mozilla entwickelt "Facebook-Container"

Aktuell will auch Mozilla Facebook zu mehr Sicherheit verhelfen. Dafür wurde eine Erweiterung für den Browser Firefox entwickelt, die dabei helfen soll, die Facebook- von der übrigen Internet-Nutzung zu trennen. Das Add-on "Facebook-Container" soll verhindern, dass das soziale Netzwerk auf Daten und Informationen anderer Webseiten zugreifen und damit das Nutzerverhalten außerhalb der Plattform auswerten kann. Die Funktionsfähigkeit von Facebook soll nicht eingeschränkt werden.

Mozilla-Erweiterung hat keinen Einfluss auf bereits gesammelte Daten

Eine Weitergabe bereits gesammelter Facebook-Daten - wie zum Beispiel im Fall Cambridge Analytica - könne die Erweiterung nicht verhindern, schreibt Mozilla in einem Blogeintrag. "Der wesentliche Unterschied besteht darin, dass es für Facebook deutlich schwieriger wird, Ihre gesammelten Aktivitäten außerhalb von Facebook zu nutzen, um Ihnen Anzeigen und andere personalisierte Nachrichten zu senden." Und Mozilla stellt klar: "Facebook ist nicht das einzige Unternehmen, das Ihre Daten außerhalb seines eigentlichen Servicebereichs sammelt."

Wer verhindern möchte, dass er auf seinem Weg durchs Netz von Dritten beobachtet wird (Tracking), kann zum Beispiel den Privacy Badger nutzen. Das Add-on der Bürgerrechtsorganisation Electronic Frontier Foundation (EFF) ist auch für die Browser Chrome und Opera verfügbar.

Diana Schellhas / Quelle: DPA

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