News

Facebook stoppt umstrittenes Werbeprogramm

Das soziale Netzwerk beendet sein umstrittenes Werbeprogramm - künftig erhalten Freunde keine Informationen mehr darüber, welche Produkte bei Facebook-Werbepartnern gekauft wurden.

21.09.2009, 15:42 Uhr (Quelle: DPA)
Facebook © Facebook

Das Online-Netzwerk Facebook will mit einer Millionen-Zahlung einen Rechtsstreit mit Datenschützern um sein umstrittenes Werbeprogramm "Beacon" beenden. Das Unternehmen schaltet das System laut US-Medienberichten komplett ab und gründet mit 9,5 Millionen Dollar (6,5 Mio Euro) eine Stiftung zur Förderung des Datenschutzes im Internet. Das sieht eine bereits am Freitag geschlossene außergerichtliche Einigung vor. Die Zustimmung eines Gerichts in Kalifornien steht noch aus.
Zu viel des Guten
"Beacon" (deutsch "Blinklicht" oder "Leuchtturm") informiert den Freundeskreis von Facebook-Mitgliedern automatisch über deren Einkäufe bei Facebook-Werbepartnern. Nach Protesten hatte das Unternehmen es leichter gemacht, die Funktion abzuschalten. Zuletzt war eine ausdrückliche Zustimmung der Nutzer zu dem Programm erforderlich. Viele Werbepartner hatten sich angesichts der öffentlichen Diskussionen allerdings freiwillig zurückgezogen. Medienberichten zufolge ist nur noch eine kleine Zahl von Kunden übriggeblieben.
Datenschützer hatten vor gut einem Jahr eine Sammelklage gegen das Unternehmen eingereicht, weil das Ende 2007 gestartete "Beacon"- Programm ihrer Meinung nach einen massiven Eingriff in die Privatsphäre der Facebook-Nutzer darstellt.
Dazugelernt
Facebook räumte ein, das Unternehmen habe "eine Menge aus der Beacon-Erfahrung gelernt". Online-Netzwerke wie der Marktführer aus den USA oder StudiVZ hatten in der Vergangenheit bereits öfter wegen ihres Umgangs mit Nutzerdaten in der Kritik gestanden. Im Juli mahnten die Verbraucherzentralen mehrere Social Networks wegen Datenschutzmängeln ab.

(Michael Müller)

Kommentieren Forum

Dieser Artikel wurde noch nicht kommentiert. Schreiben Sie uns Ihre Meinung!

Zum Seitenanfang