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Facebook startet Datenschutz-Portal "Leben in einer vernetzten Welt"

Bessere Kontrolle und Schutz der eigenen Daten: Facebook will die Datenkompetenz der einzelnen Internetnutzer fördern und hat dazu das neue deutschsprachige Informationsportal "Leben in der vernetzten Welt" gestartet.

11.04.2014, 16:16 Uhr
Facebook © Facebook

Ausgerechnet das wegen mangelndem Schutz der Daten seiner Mitglieder häufig kritisierte Soziale Netzwerk Facebook hat in Deutschland ein neues Portal für mehr Datenschutz gestartet. Die Webseite "Leben in einer vernetzten Welt" soll wichtige Informationen bündeln, um die Datenkompetenz des einzelnen Nutzers zu fördern. Ein Großteil der Internetnutzer wünsche sich laut einer im Auftrag von TNS Emnid durchgeführten Umfrage mehr Aufklärung über Datenschutz.

Besserer Schutz für eigene Daten

Facebook will Internetnutzern nach eigenen Angaben einen besseren Schutz und mehr Kontrolle ihrer Daten ermöglichen. Besucher des neuen Portals finden denn unter anderem Erklärungen zu Schutzfunktionen bei Facebook und zu entsprechenden Tools des US-Konzerns. Facebook bietet beispielsweise ein persönliches Aktivitätenprotokoll, außerdem lasse sich das Zielpublikum für Statusmeldungen jederzeit individuell festlegen. Mit dem neuen Portal geht das Online-Netzwerk aber noch einen Schritt weiter und verweist auch auf externe Ressourcen. Aufgelistet werden z.B. deutsche Kooperationspartner wie "Deutschland sicher im Netz e.V. (DsiN) sowie der Verein "Surfer haben Rechte". Der Initiative DsiN ist Facebook inzwischen beigetreten.

Zusätzlich lassen sich die Webseiten aller 16 Landesdatenschutzbeauftragten anhand einer Deutschlandkarte aufrufen. In das Portal integriert wurden auch Listen wichtiger Initiativen und Organisationen für Eltern und Familien, von relevanten Stiftungen und Info-Seiten zum Thema Datenschutz sowie entsprechende staatliche Institutionen.

Facebook: Forderung von Boykotten ist falsch

Ganz uneigennützig startet der US-Konzern das neue Portal aber nicht, schließlich zieht das Netzwerk hierzulande immer wieder die Kritik von Datenschutzbeauftragten auf sich. Dementsprechend nutzt Facebook die Vorstellung auch für einen Seitenhieb in Richtung Thilo Weichert, der als Leiter des "Unabhängigen Landeszentrums für Datenschutz Schleswig-Holstein" seit Jahren gegen die Sammelwut des Unternehmens vorgeht: "Wir sind überzeugt, dass es falsch ist, ständig Boykotte oder Verbote zu fordern, wie es zum Beispiel der Datenschutzbeauftragte in Schleswig-Holstein regelmäßig tut", betont Gunnar Bender, Director Public Policy bei Facebook Deutschland. "Vielmehr geht es darum, den Menschen zu helfen, ihre Daten richtig zu schützen und die Möglichkeiten und die Vielfalt des Internets zu nutzen." Datenschützer seien immer auch "Datenlehrer für die Menschen".

(Jörg Schamberg)

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