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Facebook plant App zu anonymen Nutzung

Nachdem Facebook aufgrund heftiger Proteste aus der Schwulen-, Lesben- und Transgenderszene die Pflicht zur Nutzung von Realnamen gelockert hatte, plant das soziale Netzwerk angeblich einen anonym nutzbaren Messenger. Ein Wandel in der Firmenpolitik?

08.10.2014, 16:31 Uhr (Quelle: DPA)
Facebook © Facebook

Facebook plant einem Medienbericht zufolge eine App, die Nutzern mehr Anonymität erlauben soll. Das Netzwerk arbeite an einer Anwendung, die man unter verschiedenen Spitznamen benutzen könne, schrieb die US-Zeitung "New York Times" am späten Dienstag. Es sei unklar, ob und wie die App mit Facebooks Online-Netzwerk verbunden sein werde. Sie solle in den kommenden Wochen erscheinen, hieß es unter Berufung auf zwei Personen mit Kenntnis der Pläne. Facebook wollte die Informationen auf Anfrage der Zeitung nicht kommentieren.

Anonymität nach gelockerter Klarnamenpflicht

Mit einer pseudonymen App würde sich Facebook auf neuen Boden begeben. Für sein soziales Netzwerk besteht Facebook bisher darauf, dass Mitglieder sich mit ihrem echten Namen anmelden. In den Nutzungsbedingungen heißt es: "Facebook-Nutzer geben ihre wahren Namen und Daten an".

Dragqueens dürfen nun unter ihren Künstlernamen auf Facebook präsent sein. Die Nutzungsbedingungen sollen anders ausgelegt werden, versprach Facebook-Manager Chris Cox. Nutzer könnten nun die "authentischen Namen, die sie im echten Leben verwenden", angeben.

Messenger möglicherweise Datengrundlage für weiteres Projekt

Laut Caschys Blog plant Facebook auch einen Vorstoß in den Bereich Gesundheitswesen. Dies soll in Form von Communities stattfinden, in denen sich Leidensgenossen über ihre Probleme mit ihrer Krankheit austauschen können. Da niemand gerne öffentlich über seine Krankheiten redet, müsste auch diese Community von der Klarnamenpflicht befreit sein, um Erfolg zu haben.

Die Entwicklung der anonymen App wird von Josh Miller geleitet. Dieser hat durch sein früheres Unternehmen Branch Erfahrungen mit Produkten für kleine Communities. Möglicherweise soll die neue App Facebook helfen, das Nutzerverhalten in anonymen Gruppen besser zu analysieren um diese Kenntnisse dann für die Umsetzung der Gesundheits-Communities zu nutzen.

Die App soll bereits in den nächsten Wochen veröffentlicht werden.

(Falko Kuplent)

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