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Facebook: Live-Kino entert Gefällt-Mir-Welt

Film ab: Warner & Co entdecken die Like-It-Buttons für ihre Zwecke. Jetzt erscheint erstmals ein Film zeitgleich in dem sozialen Netzwerk, als DVD und als Blu-ray.

21.01.2012, 11:01 Uhr
Facebook © Facebook

Die einen verachten die "Datenkraken", die anderen kommen ohne sie nicht mehr aus: Facebook und Co spalten die Webgemeinde in zwei Lager. Als Werbeplattform haben sie jedoch längst den Fuß in der Tür – und das neuerdings auch in der Filmbranche.

"Batman" war der Vorreiter

Warner und Co haben laut "Financial Times Deutschland" (FTD) die "Gefällt Mir"-Welt für sich entdeckt. Die Idee: Facebook-Fans können Kinofilme gegen Leihgebühr über das soziale Netzwerk ansehen. Die Filmindustrie hofft auf Zugriff auf E-Mail-Adressen, einen Hit-Boom auf ihren Fanseiten und Informationen über die Neigungen und Vorlieben ihrer "Like It"-Gemeinde.

Auch die Sekundärvermarktung soll die Kasse zum Klingeln bringen, so FTD. Sollte beispielsweise der nächste James Bond Film auf Facebook laufen, könnten nebenbei Anzeigen für die Zutaten des Leib-und-Magen-Drinks des Agenten eingeblendet werden: Wodka und Martini.

Das Facebook-Debüt machte der Batman-Film "The Dark Knight" im März 2011 in den USA. In Deutschland war "Kokowääh" im Sommer auf der Plattform zu sehen. Seither haben Medienberichten zufolge 14 Studios mit dem sozialen Netzwerk als neuer Vertriebsgrundlage experimentiert. Mit "Atemlos - Gefährliche Wahrheit" enterte kürzlich erstmals ein Film in den USA zum gleichen Zeitpunkt Facebook als Stream zu 3,99 US-Dollar (3,13 Euro) und die Läden und Online-Shops als DVD und Blu-ray.

Facebook-Credits nicht erwünscht

Auch das Studio Lions Gate verfolgt damit interaktive Web 2.0-Ziele: Am Ende des Films führt eine Testfrage zu einem Interview mit Hauptdarsteller Taylor Lautner. Außerdem können die Nutzer während des Filmgenusses in bestimmten Szenen Kommentare hinterlassen, die ihren Freunden anschließend beim Zusehen eingeblendet werden.

Was den Facebook-Machern weniger schmecken dürfte: Beim Kassieren gehen sie leer aus. Lions Gate bietet nach FTD-Angaben lediglich PayPal und Kreditkarte als Bezahloption an. Die Plattform-eigene Währung, die Facebook-Credits, würden dem Portal 30 Prozent Umsatzprovision einbringen.

(Dorothee Monreal)

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