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Facebook in Zahlen - Interessante Details

Mit Veröffentlichung der Unterlagen zum geplanten Börsengang hat Facebook erstmals ausführliche Zahlen zu seinem Geschäft veröffentlicht. Es gibt interessante Einblicke.

02.02.2012, 08:02 Uhr (Quelle: DPA)
Facebook © Facebook

Mit den Unterlagen zum Börsengang hat Facebook zum ersten Mal ausführliche Zahlen zu seinem Geschäft veröffentlicht. Die wichtigstens Erkenntnisse auf einen Blick:

Facebook schwimmt in Geld

Facebook ist schon seit Jahren profitabel. 2011 gab es eine Milliarde Dollar Gewinn, im Jahr davor 606 Millionen und 2009 auch schon 229 Millionen Dollar. Zuvor wurde aber auch viel Verlust gemacht. Im Jahr 2008 lag das Minus bei 56 Millionen Dollar und 2007 bei 138 Millionen Dollar. Beachtlich ist: den Milliardengewinn im Vergangenen Jahr schaffte Facebook mit einem Umsatz von vergleichsweise geringen 3,7 Milliarden Dollar.

Verdient wird das Geld vor allem mit Werbung. 2011 lag der Anteil bei 85 Prozent. Aber auch die virtuellen Welten des Onlinespiele-Spezialisten Zynga sind ein wichtiges Element des Facebook-Geschäfts. Im vergangenen Jahr steuerte der Anbieter von Games wie "Farmville" oder "Cityville" zwölf Prozent der Facebook-Umsätze bei.

Mehr Mitglieder als bisher gedacht

Facebook hat mehr aktive Mitglieder als man bisher dachte. In den Börsenunterlagen spricht das Online-Netzwerk von 845 Millionen aktiven Nutzern im Monat Ende 2011 und nicht einfach nur Mitgliedern. Davon suchten im Dezember pro Tag im Schnitt 483 Millionen Facebook auf. Von mobilen Geräten greifen im Monat 425 Millionen Menschen auf Facebook zu. Sie bekommen aktuell keine Werbung zu sehen.

Das Wachstum von Facebook im Heimatmarkt USA hat sich abgebremst, wenn auch auf hohem Niveau. Von September auf Dezember 2011 stieg die tägliche Zahl aktiver Nutzer nur von 124 auf 126 Millionen. Es gibt mehr als 100 Milliarden Freundschaften. Zuletzt klickten die Nutzer im Schnitt 2,7 Milliarden Mal am Tag auf den "Gefällt mir"-Knopf, der im englischen Original "Like" heißt, oder sie hinterließen einen Kommentar.

Vater von Mark Zuckerberg half bei Finanzierung

Mark Zuckerberg wird Facebook auch nach dem Börsengang fest im Griff haben. Er hält Aktien der Klasse B, die zehn Stimmen haben, während Anleger beim Börsengang nur A-Klasse-Aktien mit einer Stimme bekommen werden. Damit wird Zuckerberg auch in Zukunft ein geringer Anteil reichen, um sein Unternehmen zu kontrollieren. Mark Zuckerbergs Vater, der Facebook 2004 und 2005 finanziell unterstützt hat, bekam im Dezember 2009 zwei Millionen Aktien der Klasse B.

Lesen Sie auf Seite 2 wie Facebook-Chef Zuckerberg 2011 693.000 Dollar verflog.

Facebook hat aktuell 3.200 Mitarbeiter und damit 50 Prozent mehr als es noch Ende 2010 waren. Noch nicht entschieden wurde, ob das soziale Netzwerk in Zukunft in China an den Start gehen wird.

Management verdient gut

Spitzenverdienerin im vergangenen Jahr war Sheryl Sandberg, die als Zuckerbergs rechte Hand das Tagesgeschäft leitet. Ihr Basisgehalt lag zwar bei "nur" 296.000 Dollar plus 86.000 Dollar Bonus. Doch hat sie sich auch das Anrecht auf Aktien verdient - und deren Wert beläuft sich auf 30,5 Millionen Dollar.

Bei Chefentwickler Mike Schroepfer und Finanzchef David Ebersman sieht die Lohntüte ähnlich aus: Vergleichsweise kleines Grundgehalt, üppiger Aktienbonus. Sie kommen auf 24,7 Millionen beziehungsweise 18,7 Millionen Dollar. Bei Chefjustiziar Theodore "Ted" Ullyot summierte sich das Gesamtgehalt auf knapp 7,0 Millionen Dollar.

Zuckerberg verdient ab 2013 nur noch 1 Euro

Zuckerberg selbst ist der Geringverdiener in der Chefetage. Aktien bekommt er gar keine - er besitzt ja auch schon gut 28 Prozent an Facebook, was ihn bei einem geschätzten Gesamtwert des Unternehmens von 100 Milliarden Dollar zum 28-fachen Milliardär macht. Allerdings liegen Zuckerbergs Grundgehalt (483.300 Dollar) und sein Bonus (221.000 Dollar) höher als bei seinen Kollegen. Ab 2013 sinkt sein Grundgehalt aber auf 1 Dollar.

Insgesamt überwies ihm die Firma für das vergangene Jahr knapp 1,5 Millionen Dollar. Darin enthalten ist auch die Übernahme der Kosten für Zuckerbergs private Flüge in teuren Chartermaschinen - das sei aus Sicherheitsgründen nötig, wie es im Börsenprospekt heißt. Auch Verwandte und Freunde durften mit. Zuckerberg verflog binnen eines Jahres 693.000 Dollar.

(Hayo Lücke)

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