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Facebook: Gravierende Datenschutzlücke gefixt

Die Nutzer des Online-Netzwerkes sollen mehr Transparenz über die Weitergabe ihrer Daten erhalten. Facebook plant innerhalb der nächsten zwölf Monate umfangreiche Verbesserungen zum Schutz der Privatsphäre.

27.08.2009, 19:16 Uhr
Facebook © Facebook

Die großen sozialen Netzwerke geraten immer wieder in den Fokus von Verbraucher- und Datenschützern, die auf Schwachstellen im Umgang mit den Daten der Nutzer hinweisen. Erst am Mittwoch hatte Bundesverbraucherschutzministerin Ilse Aigner eine Verbesserung des Datenschutzes im Internet angemahnt. Das weltgrößte soziale Netzwerk Facebook reagiert nun, allerdings nicht auf die deutsche Ministerin, sondern auf Empfehlungen des kanadischen Datenschutzbeauftragten.
Mehr Transparenz und Kontrolle
Nutzer sollen künftig verbesserte Kontrollmöglichkeiten erhalten, um die eigene Privatsphäre besser schützen zu können. Denn für die Mitglieder ist nicht immer auf den ersten Blick ersichtlich, dass Daten mit Fotos von ihnen und ihren Freunden auch bei Suchmaschinen wie Google & Co. gelistet sind. Derzeit kann dies verhindert werden, wenn in den etwas versteckten Einstellungen zum Schutz der Privatsphäre die entsprechenden Häkchen in den Auswahlboxen angeklickt werden. Facebook kündigte hier Ergänzungen zu den Privatsphäre-Richtlinien sowie technische Veränderungen an. Die Transparenz über die die Weitergabe von Informationen an Anwendungen von Drittanbietern solle erhöht werden.
Das Büro des kanadischen Datenschutzbeauftragten hatte in Zusammenarbeit mit Facebook über einen Zeitraum von mehr als einem Jahr die Datenschutz-Richtlinien und Kontrollinstrumente bei dem Online-Netzwerk ausgewertet. Facebook verpflichtete sich gegenüber dem Datenschutzbeauftragten innerhalb der nächsten zwölf Monate "wesentliche Erweiterungen" umzusetzen. Nach Angaben des Unternehmens sei der Datenschutzexperte mit den von Facebook vorgelegten Vorschlägen zufrieden. Die geplanten Änderungen könnten laut Elliot Schrage, Facebook-Vizepräsident für Kommunikation und Öffentlichkeitsarbeit, "einen neuen Standard für die Branche setzen".
Umsetzung der Datenschutz-Pläne innerhalb von zwölf Monaten
Die neu gefasste Privatsphären-Richtlinie soll die Gründe erläutern, warum Facebook Geburtsdaten erfasst, Konten verstorbener Nutzer bewahrt sowie das Werbemodell des Netzwerkes erklären. Auch auf den Unterschied zwischen der Deaktivierung und der Löschung eines Kontos soll hingewiesen werden. Die Nutzer der Plattform werden aufgefordert, ihre bereits vorgenommenen Einstellungen für ihre Privatsphäre noch einmal zu überprüfen. Facebook führt zudem ein neues Modell für Zugriffsrechte ein: Ohne die ausdrückliche Zustimmung des Nutzers werden keine Daten an Anwendungen von Drittanbietern mehr freigegeben. Eine gesonderte Zustimmung des Facebook-Mitglieds ist außerdem erforderlich, wenn auf Informationen von als Freunden markierten Personen zugegriffen werden soll.
Die Änderungen lassen sich nach Unternehmensangaben aber nur Schritt für Schritt umsetzen. Das Testen der neuen Facebook API erfordere noch einige Zeit. Für den gesamten Prozess der zugesagten Verbesserungen plant Facebook einen Zeitraum von einem Jahr ein. "Wir sind überzeugt, dass die Änderungen an dem Modell für Zugriffsrechte für Anwendungen Dritter den Nutzern mehr Vertrauen in die Facebook-Plattform geben werden und uns dabei helfen, den lebhaften Austausch auf der Facebook-Plattform langfristig sicherzustellen", so Ethan Beard, Direktor für das Plattform Produkt-Marketing bei Facebook.

(Jörg Schamberg)

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