Handysoftware

Facebook for Every Phone: App für Einfach-Handys erreicht 100 Millionen Nutzer

Wie Facebook berichtet, greifen bereits 100 Millionen Nutzer mit Feature Phones über die Projekt-App "Facebook for Every Phone" auf das Netzwerk zu. Sie soll für regen Nutzerzuwachs in Schwellenländern sorgen.

22.07.2013, 14:16 Uhr
Facebook © Facebook

Facebook ist allgegenwärtig: Nicht nur per PC oder Notebook, sondern gerade mobil per Smartphone greifen die Nutzer auf das weltweit größte soziale Netzwerk zu. Mit Facebook Home gibt es seit April sogar eine eigene Oberfläche für Android-Handys, die den Sperrbildschirm der Mobiltelefone durch einen Facebook-Screen ersetzt. Die von Smartphones beherrschten Märkte scheinen abgegrast, doch jenseits dieser schlummert noch Wachstumspotenzial: Facebook hat es auf Entwicklungsländer und die dort genutzten einfachen Handys abgesehen. Über die Chancen berichtet die "New York Times".

Jeder achte mobile Nutzer hat ein Feature Phone

Das Riesen-Netzwerk von Mark Zuckerberg arbeitet bereits seit mehr als zwei Jahren an einem unter dem Namen Facebook for Every Phone geführten Projekt, das Facebook auf die hierzulande zurückgedrängten "Feature Phones" bringt. Die Anwendung hat bislang laut Facebook mehr als 100 Millionen Nutzer gewonnen. Insgesamt hat Facebook 1,11 Milliarden aktive Nutzer, drei von vier greifen mittlerweile ausschließlich per Smartphone zu. Aus den beiden Angaben ergibt sich, dass jeder achte mobile Facebook-Nutzer kein Smartphone besitzt.

Für die einfachen Handys wurde die Facebook-Software entsprechend überarbeitet, auch, um den Datenverkehr über das Internet zu reduzieren. Zudem arbeiteten die Ingenieure an Lösungen, um die einzelnen Funktionen von Facebook auf den langsameren Mobiltelefonen mit geringerer Bildschirmauflösung möglichst schnell anzeigen zu können. Die Anwendung soll fünf- bis zehnmal effektiver sein als die Facebook-Apps, wovon auch deren weitere Entwicklung profitieren soll.

Chancen auf neue Facebook-Nutzer aus Entwicklungsländern

In Ländern wie Indien, Indonesien, Mexiko, Brasilien und Vietnam wittert Facebook nun noch Wachstumschancen, nachdem die Smartphone-Märkte weitgehend erschlossen sind und die Zuwachsraten abflachen. Da Facebook dort gerade erst damit begonnen habe, mobile Werbeanzeigen zu schalten, verdient das Netzwerk mit den Feature-Phone-Nutzern bislang noch nichts, führt die "New York Times" aus. Das könnte sich künftig ändern, Facebook hoffe, mit steigenden Einkünften der Nutzer in Schwellenländern auch für die Werbebranche attraktiver zu werden. Analysten sehen ebenfalls Möglichkeiten für Facebook: In vielen ausländischen Märkten seien die Menschen der Meinung, dass das Internet Facebook sei, wird Clark Fredricksen von eMarketer zitiert. Sind diese erst auf den Geschmack gekommen, erhofften sich auch die Mobilfunk-Anbieter und Geräte-Hersteller Zuwächse.

Die Facebook-Anwendung für die Einfach-Handys läuft auf mehr als 3.000 Geräten und lässt sich unter m.facebook.com herunterladen, auch ein Besuch der Webseite d.facebook.com/install mit dem mobilen Browser ist möglich. Durch Partnerschaften mit verschiedenen Mobilfunkern können die Anwender je nach Land kostenfrei oder zum subventionierten Preis online auf Facebook zugreifen.

(Saskia Brintrup)

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