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Extreme Preisunterschiede bei Kosten für UMTS-Lizenzen in Europa

08.02.2001, 13:14 Uhr
SMS© TristanBM / Fotolia.com

Beim Kauf der neuen UMTS-Mobilfunklizenzen haben europäische Mobilfunkanbieter im vergangenen Jahr extreme Preisunterschiede hinnehmen müssen. Wurden in Deutschland rechnerisch pro Kopf 619 Euro (1211 Mark) pro Einwohner und in Großbritannien sogar 654 Euro (1279 Mark) gezahlt, lagen die Preise in allen anderen Ländern deutlich niedriger, wie eine am Donnerstag veröffentlichte Aufstellung der Hamburger Unternehmensberatung Mummert+Partner ergibt. Am günstigsten kamen die Unternehmen in Spanien weg, wo die Lizenzen im März vergangenen Jahres von der Regierung vergeben wurden: Dort mussten die Firmen lediglich 13 Euro (gut 25 Mark) pro Einwohner auf den Tisch legen.

Im Vergleich zu Spanien seien die deutschen und britischen Frequenzen damit "rund 50 Mal so teuer" gewesen, betonte Mummert+Partner-Experte Andreas Hoffmann. Im Mittelfeld lagen seinen Angaben zufolge Italien mit einem Pro-Kopf-Wert von 239 Euro (467 Mark) und Österreich mit 102 Euro (199 Mark). Fast so günstig wie in Spanien kamen die Anbieter in der Schweiz zum Zuge, wo 18 Euro (35 Mark) pro Einwohner gezahlt worden seien. In Polen, das Ende vergangenen Jahres eine Versteigerung kurz vor Beginn abgesagt und einen Festpreis festgelegt hatte, habe die Regierung immerhin noch 50 Euro (rund 98 Mark) pro Einwohner von den Mobilfunkfirmen fordern können.

Bei den UMTS-Lizenzvergabe in Deutschland hatten die Bieter im vergangenen Sommer insgesamt fast 100 Milliarden Mark für sechs UMTS-Lizenzen ausgegeben. Nach diesem Rekordergebnis für die Staatskasse machte sich in der Branche Ernüchterung breit; Experten sehen eine lange Anlaufphase, bevor sich die hohen Investitionen in Lizenzerwerb und Netzaufbau für den multimedia-fähigen Mobilfunk der dritten Generation rentieren. Telekom-Chef Ron Sommer und andere Topmanager hatten wegen der unterschiedlichen Vergabepraxis eine Ungleichbehandlung der europaweit tätigen Telefon-Konzerne beanstandet.

(Tobias Marburg)

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