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Explodierende Akkus: Nokia greift durch

Stuttgarter Großhändler soll wegen des Verkaufs von Akku-Plagiaten nach eigenen Angaben 250.000 Euro an Nokia zahlen.

23.10.2005, 12:51 Uhr
Smartphone© goodluz / Fotolia.com

Handyakkus können gefährlich sein: wie onlinekosten.de schon in der Vergangenheit berichtete, führten billige Plagiate dazu, dass Akkus explodierten. Um die risikoreichen Akkus am Markt aufzuspüren, hat Nokia nach einem Bericht des Nachrichtenmagazins "Focus" Testkäufer eingesetzt, die in Erfahrung bringen konnten, dass ein Stuttgarter Großhändler zum wiederholten Male gefälschte Akkus des finnischen Händlers verkaufte.
Die Comtronic Autotelefon-Zubehör GmbH verkaufte nach 2003 auch in diesem Jahr wieder Billig-Akkus obwohl eine richterliche Anordnung im Wiederholungsfall ein Zwangsgeld in Höhe von 50.000 Euro vorsieht, schreibt das Magazin weiter. Im Januar 2005 entdeckten die Nokia-Detektive auf ihrer Einkaufstour ebenso die gefährlichen Plagiate wie fünf Monate später finnische Produktingenieure. Nach Tipps von Siemens und Nokia rückte die Polizei sechs weiteren Händlern auf die Pelle.
Piraterie boomt
Ein Sprecher des Zollkriminalamtes in Köln erklärte gegenüber dem "Focus", dass die Billigakkus meist aus China kommen. Allein 2004 seien vom Zoll knapp 170.000 gefälscht Nokia-Artikel beschlagnahmt worden. Nokia macht nach eigenen Angaben auch gegenüber den eigenen Vertriebskanälen Druck, damit nur sichere Originalteile verkauft werden.
Comtronic-Chef Stefan Eckstein weiß derweil nach Focous-Angaben nicht mehr, wer ihm schlimmer zusetzt: die Staatsanwaltschaft oder Nokia. Der Kaufmann soll nach eigenen Angaben eine viertel Million Euro an den Branchenprimus zahlen und seine Kundenkartei übergeben.

(Hayo Lücke)

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