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Exklusiv: Neuer Player eröffnet Push-Preiskrieg

Mit einem Exchange-basierten Push-Service für unter fünf Euro im Monat hat Druckspezialist ThinPrint mehr im Sinn als den schnellen Euro.

18.04.2006, 17:46 Uhr
Handy Telefonat© Yuri Arcurs / Fotolia.com

Der Berliner Drucklösungsspezialist ThinPrint bietet den alteingesessenen Push-Platzhirschen mit einem Angebot auf Exchange-Basis für weniger als fünf Euro im Monat die Stirn. Und hat dabei mehr im Sinn als das schnelle Geld.
Über den Dächern von Berlin
Carsten Mickeleit will uns das neue Produkt erklären. Schon zu Beginn unseres Gesprächs hoch oben in der Firmenzentrale in Berlin-Moabit wird schnell klar, dass der ThinPrint-Chef gerne und viel lacht. Dazu hat er auch allen Grund: ThinPrint ist nicht nur Branchenprimus im Segment für spezielle Drucklösungen, sondern seit heute auch mit einem Exchange-Hosting-Paket namens "Cortado" am Start, welches den etablierten Playern den Kampf ansagt.
"Cortado" gibt es nicht nur für Blackberries, die Spezialität der Berliner, sondern gleich für eine ganze Reihe von Handys und PDAs. Wer ein Gerät mit Windows Mobile 5.0 sein Eigen nennt oder auf Handys mit S60 wie die Nokia E-Series zurückgreift, kann zum Kampfpreis von 4,98 Euro im Monat seine E-Mails auf das Gerät pushen lassen. Gekündigt werden kann das Angebot monatlich. Werden zwölf Monate im Voraus bezahlt, gibt es einen Monat gratis.
Mit Push locken
Dass das extrem günstig ist, weiss auch Mickeleit: "Der Kostenfaktor ist nun mal entscheidend", so der Chef der Berliner Druckspezialisten. Und fügt grinsend hinzu: "Die Pushmail-Services sind gerade so kostendeckend. Die Kunden sollen unseren Hostingservice erst mal testen. Dann können sie nach ein paar Monaten den Content Beamer dazubestellen." Um dessen Etablierung geht es Mickeleit nämlich.
Der "Content Beamer" soll in Kürze das reine E-Mail-Push um die Möglichkeit ergänzen, Anhänge zu lesen, zu faxen und sie über Bluetooth oder andere Verbindungen zu drucken, ohne sie dabei herunterladen zu müssen. Möglich wird das durch die Darstellung als sogenanntes "Remote Document", welches schmaler daherkommt als der reguläre Anhang. "99% aller Dokumente werden auf einem PDA nicht bearbeitet", meint Mickeleit. Also reicht die Ansicht - und die erledigt der Content Beamer schneller und durch die Datenreduktion auf ein "Remote Document" auch kostengünstiger, was kostenbewusste Mobilfunker freuen wird. Wenn das Display des Smartphones nicht ausreicht, kann das Dokument via Bluetooth auf ein Notebook "gebeamt" werden. Das angezeigte Dokument ist dabei in der Regel nicht grösser als zehn Kilobyte. Allein aufgrund der Bildschirmgrösse des Notebooks ist so mehr zu entdecken als bei der Ansicht auf dem Smartphone.
Große Partner
Zusätzlich bietet Cortado auch einen schnellen Faxversand, die Löschung der Daten bei Diebstahl oder Verlust über das Webportal und einen obligatorischen Viren- und Spamfilter. Für die Zusammenarbeit hat sich Mickeleit die Großen der Branche ausgesucht: neben Microsoft ist auch Hewlett-Packard sowie Netzwerkspezialist Interoute mit im Boot. Derzeit sind die Berliner mit verschiedenen Carriern im Gespräch, um dem Kunden Cortado nahe zu bringen. Geplant ist auch, die Software im Rahmen von Handy-Branding auszuliefern.
Für Mickeleit ist Cortado somit nicht nur ein Angebot für den Endkunden, sondern auch für Businessanwender, die bisher ihr Smartphone nur rudimentär eingesetzt haben. Durch die Verbindung von Handy und Drucker sei eine Erweiterung des Leistungsspektrums möglich, das den Service für mobile Profis beispielsweise aus der Bau- und Fuhrbranche interessant mache, meint Mickeleit. Konstruktionspläne könne man ohne den Umweg über das Notebook ausdrucken und Frachtpapiere unterwegs einfach mit Handy und Drucker anfertigen.
Fazit: günstig und innovativ
Und da er mit der Erschliessung neuer Märkte viel positive Erfahrung gesammelt hat, freut sich Carsten Mickeleit sicher nicht zu früh. Exchange-Push für weniger als fünf Euro im Monat ist spannend. Dazu gibt es mit dem Content Beamer exklusive Features, die derzeit kein anderer Anbieter im Gepäck hat.

(Stephan Humer)

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