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Ex-Telekom-Vorstand kritisiert Glasfaserausbau

Gerd Tenzer, bis 2002 Technik-Vorstand der Deutschen Telekom, hat gegenüber dem Magazin "Focus" am zögerlichen Glasfaserausbau des Bonner Konzerns Kritik geübt.

08.05.2011, 12:48 Uhr
Telekom Zentrale© Deutsche Telekom AG

Wie das Nachrichtenmagen "Focus" berichtet, hat der ehemalige Telekom-Vorstand Gerd Tenzer den Bonner Konzern bezüglich seiner Strategie zum Ausbau des Glasfasernetzes kritisiert. "Wenn die Telekom solange wartet, bis der Regulierer alle offenen Fragen entscheidet, überlässt sie den Markt den Kabel- und City-Anbietern", zitiert der Bericht den früheren Technikvorstand.

Kein Verständnis für Zögern

Die Telekom tritt in diesem Jahr beim Glasfaserausbau auf die Bremse. Das ursprünglich angepeilte Ziel, bis 2012 bis zu 10 Prozent der Haushalte mit Glasfaser zu versorgen, ist einem langsameren Ausbau gewichen. Erst kürzlich erklärte der Telekom Marketing-Chef Christian Illek auf der ANGA Cable in Köln, dass die Strategie im Vergleich zu früheren Ausbauaktionen deutlich nachfrageorientierter sei. Und genau daran sowie an entsprechenden Anwendungen und der Zahlungsbereitschaft fehlt es offenbar noch, wie Telekom-Chef René Obermann im April gegenüber der "Frankurter Allgemeine Zeitung" deutlich machte.

Außerdem hat die Bundesnetzagentur stets ein Auge auf die Arbeit der Telekom, da sie das Glasfasernetz reguliert. Die Telekom darf ihre Tarife für Glasfaser-Anschlüsse selbst festlegen, muss das Netz aber auch für Wettbewerber zugänglich machen. Gerd Tenzer sieht den zögerlichen Ausbau dennoch kritisch: "Hätte die Telekom nach 1990 genauso lange gezögert, wäre das Telefonnetz im Osten immer noch nicht fertig", sagte er dem Focus. Gerd Tenzer schied 2002 aus dem Vorstand der Telekom aus, zwischen 1990 und 2002 gehörte er der Konzernführung an.

Die Pläne der Provider für den Glasfaserausbau 2011 haben wir in einem Artikel zusammengefasst.

(Saskia Brintrup)

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