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Ex-Google-Designer sieht Google+ als gescheitert

Vor über einem Jahr hat der Oberflächen-Designer Chris Messina Google+ verlassen. Jetzt rechnet er öffentlich mit dem sozialen Netzwerk ab. Seit seinem Abgang habe sich nichts mehr verändert. Er wüsste nicht, wofür Google+ stehe.

01.12.2014, 12:12 Uhr
Google© Google

Vor über einem Jahr hat der UX-Designer Chris Messina Google+ verlassen. Jetzt rechnet er öffentlich mit dem sozialen Netzwerk ab. Seit seinem Abgang habe sich nichts mehr verändert. Er wüsste nicht, wofür Google+ stehe.

Mit einem Missverständnis fing es an

Der Anlass, um mal ordentlich Dampf abzulassen, war aber ein klassisches Eigentor. Per Twitter sagte er das Ende von Google+ voraus. Dabei unterdrückte ein Browser-Plugin lediglich eine Funktion, die ihm wesentlich erschien.

Dem fehlerhaften Schnellschuss auf Twitter ließ er dann lange Ausführungen folgen. Sein Beitrag "Thoughts on Google+" auf Medium trägt zwar auch die Unterzeile "I fucked up. So has Google." Im Wesentlichen geht es ihm aber um den Rundumschlag.

Google+ nicht zu verstehen

Den Verantwortlichen von Google wirft er vor, dass ihnen die Vision fehle, dabei - so sein Argument - äußerten sie sich bloß nicht in der Öffentlichkeit. Das ist das Los eines ehemaligen Insiders, der nun von außen schauen muss.

"Das grundsätzliche Problem, das ich mit Google+ habe, ist, dass ich es einfach nicht verstehe", so Messina, auf den unter anderem der Hashtag bei Twitter zurückgeht. Er hatte vorgeschlagen, die Raute für Gruppen-Diskussionen zu verwenden.

Identität des Nutzers im Mittelpunkt

Google+ sollte das soziale Rückrat von Google sein und daher auch der Ort, an dem ein Nutzer Zugriff und Kontrolle auf alle persönlichen Daten haben sollte, die die Suchmaschine über ihn - durchaus zu seinem Nutzen - gesammelt hat. Messina sieht dieses Ziel aber verfehlt.

Soziale Netzwerke seien die Orte, an dem die Identität der Nutzer im Mittelpunkt stehen würde. Bei Facebook sieht er dies vorbildlich umgesetzt, auch Twitter kritisiert er nicht. Apple habe dies nicht nötig, da das Unternehmen Hardware verkaufe und keine Werbung. Der Sign-In-Dienst von Google+ sei aber nicht ausreichend. Das Netzwerk seines Ex-Arbeitgebers liege Jahre zurück.

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(Peter Giesecke)

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