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Eutelsat: Tooway kann Breitbandlücken schließen

Der Satellitennetzbetreiber Eutelsat will über den im Herbst startenden Satellit KA-SAT bis zu zehn Mbit/s schnelles Internet anbieten. Auf der CeBIT präsentieren Eutelsat-Partner technische Neuerungen.

Notebook© Roman Hense / Fotolia.com
Seit Jahren wird in Deutschland über den richtigen und schnellsten Weg diskutiert, um ländliche Regionen - in denen es kaum oder gar kein DSL gibt - mit schnellen Breitband-Internetzugängen zu versorgen. Als eine Lösung bieten sich hier Anbieter von Internet über Satellit an. Satellitennetzbetreiber Eutelsat präsentiert über seine Breitband-Tochter Skylogic vom 2. bis 6. März auf der kommenden CeBIT - im Rahmen der BITKOM Broadband World - die seit 2008 vermarktete Tooway-Plattform. Live gezeigt werden sollen dort technische Neuerungen und Systemerweiterungen der Tooway-Partner Internetagentur Schott (satspeed), skyDSL Global und Satelliten-Internet Vertriebscenter.

KA-SAT erlaubt Internet mit bis zu 10 Mbit/s

Derzeit erlaubt das Zwei-Wege-System Tooway das Surfen im Internet mit Geschwindigkeiten von bis zu 3,6 Megabit pro Sekunde (Mbit/s). Außerdem liefert Tooway auch Telefonie- und TV-Dienste. Benötigt werden eine Satelliten-Schüssel und ein entsprechendes Sat-Modem. Innerhalb der nächsten zwölf Monate soll die Bandbreite durch den im Herbst startenden Satelliten KA-SAT auf bis zu zehn Mbit/s angehoben werden. Der neue Satellit hat laut Eutelsat eine Gesamtkapazität von 40 herkömmlichen Satelliten. Über eine Million Haushalte in Europa könnten dadurch Dienste erhalten, die nicht nur hinsichtlich der Geschwindigkeit, sondern auch in Hinblick auf Preis und Qualität denen von DSL-Anbietern entsprechen würden. Ein Eutelsat-Sprecher erläuterte gegenüber onlinekosten.de, dass auch am Boden eine neue Infrastruktur mit mehreren über Europa verteilten Gateways entstehen soll. Diese würden untereinander mit Glasfaserleitungen verbunden werden. In der Nähe von Berlin würde etwa ein Gateway für Deutschland und Polen errichtet.

Sat-Internet kommt Schlüsselrolle bei Breitbandabdeckung zu

Das häufig wegen schlechten PING-Raten oder einer Fair-Access-Policy kritisierte Sat-Internet biete laut Eutelsat aber dennoch für gut 95 Prozent der Kunden eine gute Alternative zu DSL. Eutelsat überarbeite derzeit das Fair-Access-Modell. Zudem seien weniger als fünf Prozent der Nutzer Heavy-User und störten sich beispielsweise an langsameren Reaktionszeiten bei Online-Spielen. Das Internet per Satellit sei dazu auch nicht gedacht, sondern diene der Versorgung von Regionen ohne DSL mit breitbandigen Internetanschlüssen. Laut aktuellem Breitbandatlas von Dezember 2009 gebe es derzeit für 1,3 Millionen deutsche Haushalte ausschließlich die Möglichkeit per Satellit mit mehr als einem Mbit/s ins Internet zu gehen. Der Sat-Technologie käme daher nach Angaben von Eutelsat eine "Schüsselrolle für die volle Breitbandabdeckung in Deutschland" zu.

Bis Ende 2010 will die Bundesregierung im Rahmen ihrer Breitbandstrategie alle Haushalte in Deutschland mit Internet von mindestens 1 Mbit/s versorgen. Der Eutelsat-Sprecher kritisierte in diesem Zusammenhang die mangelnde finanzielle Förderung von Sat-Internet. In anderen Ländern wie etwa in Irland oder bei Plänen für flächendeckendes Internet in Südtirol sei der Breitbandzugang per Sat förderungswürdig. Erst in der vergangenen Woche hatte der VATM ein Umdenken bei der Breitbandförderung gefordert und sich auch für Internet über Satellit und Funk stark gemacht.

(Jörg Schamberg)

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