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Eutelsat KabelKiosk: Multiscreen-Lösung bringt TV auf Tablet und Smartphone

Eutelsat hat seine KabelKiosk-Plattform erheblich erweitert und kann Netzbetreibern TV-Programme nicht nur über Kabel, sondern auch auf IP-Basis anbieten. Mit einer auf der ANGA COM präsentierten neuen Multiscreen-Lösung lässt sich das TV-Angebot auch auf weiteren Endgeräten nutzen.

06.06.2013, 17:01 Uhr
Internet© rajareddy / Fotolia.com

Premiere auf der Branchenmesse ANGA COM in Köln: Im vergangenen Jahr hatte Eutelsat mit seinem KabelKiosk-Angebot einen ersten Schritt in Richtung IP gemacht, nun präsentierte das Unternehmen eine erhebliche Erweiterung seiner hybriden DVB- und IP-Plattform. Außerdem zeigte der Anbieter von schlüsselfertigen Lösungen für Netzbetreiber eine neue Multiscreen-Lösung, mit der Fernsehen zukünftig völlig neu erlebbar werden soll.

TV-Inhalte für IP-Kunden

KabelKiosk kombiniert Satellitenempfang mit IP. Technisch werden per Satellit in SD- und HD-Qualität empfangene TV-Programme für das IP-Format aufbereitet. "Wir werden ein komplettes Fernsehprogramm auf IP-Basis anbieten", erläuterte Martina Rutenbeck, Geschäftsführerin von Eutelsat Deutschland. Die TV-Inhalte finden damit nicht nur über den Kabelanschluss ihren Weg zum Kunden, sondern bei Bedarf auch über den Internetanschluss. Nutzen lässt sich sowohl lineares als auch nonlineares Fernsehen: Die KabelKiosk-Plattform unterstützt neben Live-TV per Internet auch On-Demand-Dienste wie "choice" sowie HbbTV-Anwendungen der Sender wie beispielsweise Mediatheken.

Ein wichtiger Baustein bei dem Angebot ist die neue cloudbasierte Multiscreen-Lösung, die Fernsehen auf unterschiedliche Endgeräte wie Tablet-PCs und Smartphones bringen soll. Realisiert wird das neue Angebot über kompakte Set-Top-Boxen der Technikpartner Abox 42 und Netgem.

Rückwarts-EPG - Oberfläche auch per Smartphone und Tablet steuerbar

Die Bedienung der Benutzeroberfläche erfolgt intuitiv, die Steuerung erfolgt per klassischer Fernbedienung oder aber alternativ über entsprechende Apps auch per Smartphone und Tablet. Zu den Besonderheiten zählt ein elektronischer Programmführer (EPG), der nicht nur das Programmieren von Aufnahmen ermöglicht. Er hält Informationen zum Programmangebot der nächsten sieben Tage bereit und deckt rückwärtsgewandt auch die vergangenen sieben Tage ab. Per Catch-up-Funktion lassen sich auf diese Weise verpasste Sendungen aufrufen. Nutzer können bei der neuen KabelKiosk-Lösung zudem individuelle Benutzerkonten anlegen, für jedes Familienmitglied lassen sich Merklisten, Empfehlungen und Inhaltenutzung personalisieren.

Inhalte zwischen TV, iPad und Smartphone hin- und herschieben

KabelKiosk ermöglicht die zeitversetzte TV-Wiedergabe mit Pause-Funktionen. Die "Zeitstempel" von gestoppten Sendungen werden in der Cloud gespeichert, Inhalte lassen sich damit jederzeit auf anderen Endgeräten an der gleichen Stelle weiterschauen. Das Wechseln zwischen den diversen Geräten erfolgte bei der Vorführung auf der ANGA COM flüssig, obwohl es sich lediglich um einen Showcase und noch nicht um das finale Produkt handelte: Durch Wischen über den Touchscreen lassen sich die laufenden Inhalte einfach zwischen TV-Bildschirm und Tablet oder Smartphone hin- und herschieben. Multi-Room ist denn auch ein zentraler Bestandteil des Konzepts. Restriktionen soll es möglichst wenige geben, wenngleich die Anzahl der nutzbaren Endgeräte aus lizenzrechtlichen Gründen beschränkt werden wird. Mobil von unterwegs lässt sich zudem nicht auf die Inhalte zugreifen, die Nutzung ist nur zuhause vorgesehen.

Ab dem vierten Quartal verfügbar

Martina Rutenbeck betonte, dass "wir hier nicht alleine unterwegs sind". Einzelne Features der neuen KabelKiosk-Lösung würden sich auch bei anderen Anbietern finden. Dennoch ist die Eutelsat-Geschäftsführerin überzeugt: "Wir sind der Meinung, ein heute führendes Produkt erschaffen zu haben". Voraussichtlich bis zum Jahresende soll die Multiscreen-Lösung auf den Markt kommen und für Netzbetreiber verfügbar sein.

(Jörg Schamberg)

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